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Die illustrierten Drucke im VD16

Juni 27, 2018

Der Nachweis der Illustrationen in den Drucken des 16. Jahrhunderts ist ein schwacher Punkt des VD16. Angezeigt wird dort nur die Existenz von Illustrationen, also von Holzschnitten (H), Titelholzschnitten (TH) oder Titelkupfern (TK), Titeleinrahmungen (TE), Randleisten im Innern des Buches (RL), Tabellen oder Faltblättern (T) und von Druckermarken (D).

Man erfährt im VD16 nichts über die Anzahl der Abbildungen, über eventuelle Mehrfachverwendungen innerhalb einer Ausgabe und über ihre Abmessungen, es wird nicht unterschieden zwischen Wappen, technischen Zeichnungen, Musiknoten oder großen Zierinitialen und anderen Zierstücken (außer Randleisten). Sehr oft werden Zierstücke auch gar nicht berücksichtigt. Der karge Buchstaben „H“ kann jedenfalls sehr viel, aber auch sehr wenig bedeuten.

Darüber hinaus kann man im VD16 nicht gezielt nach den ja immerhin vorhandenen Angaben suchen. Wer sich also speziell für Drucke mit Illustrationen interessiert, muss alle mehr als 100.000 Nummern von A bis Z und von ZV 1 bis ZV 31800 einzeln durchgehen. Bei einigen Drucken sind bekannte Holzschnittkünstler als „weitere Personen [Bearbeiter]“ angegeben, allerdings sehr unsystematisch.

Kunsthistoriker scheinen bei der Konzeption des VD16 keinen großen Einfluss gehabt zu haben, und lange Zeit hat die kunstgeschichtliche Forschung zur Buchillustration die Existenz des VD16 zum Teil auch einfach ignoriert. In Hollstein’s German Engravings, Etchings and Woodcuts (ca. 1400 – 1700) wurde in den Bänden, die bis zum Jahr 2010 herauskamen, keine VD16-Nummern angegeben. Dabei könnten auch schon die einfachen Hinweise im VD16 auf die Existenz von Holzschnitten ein Ansatz sein, um einen umfassenden Überblick über Buchillustration im 16. Jahrhundert zu bekommen.

Zuerst muss man dazu die entsprechenden Titel herausfiltern. Ich habe damit begonnen und habe eine kleine Datei der Drucke von 1501 bis 1510 in das Wiki der Drucke des 16. Jahrhunderts eingestellt. Danach müsste man in jeder einzelnen Ausgabe die Anzahl der Abbildungen ermitteln. Das habe ich noch nicht erledigt.

Nebenbei können dabei aber schon einige statistische Beobachtungen gemacht werden.

Das VD16 verzeichnet in den ersten 10 Jahren des 16. Jahrhunderts 3744 Ausgaben. Davon müssen 61 Nummern als „entfallen“ abgezogen werden, die meisten deshalb, weil sie identisch mit anderen Nummern sind. Die Zahl der Ausgaben mit Illustrationen beträgt ca. 2000, also mehr als die Hälfte. Rechnet man nun die 380 Drucke heraus, bei denen die Illustration allein aus einer Druckermarke besteht, und weitere 11, die nur eine Titeleinrahmung aufweisen, dann sind wir bei etwas mehr als 1600 Ausgaben.

Von diesen sind die Drucke mit einem Titelholzschnitt ohne weitere Abbildungen im Buchinnern relativ leicht durchzusehen. Das sind in den ersten 10 Jahren des Jahrhunderts etwa 630. Das bedeutet, dass für den Zeitabschnitt von 1501 bis 1510 etwa 1000 Ausgaben mit Holzschnitten im Buchinnern durchgesehen und katalogisiert werden müssten.

Nun kommt es darauf an, wie viele Ausgaben digitalisiert sind. Von den etwa 2000 Ausgaben mit mindestens einer Abbildung haben 1330 im VD16 einen Link zu einem Digitalisat (oder auch mehrere; den Vogel schießt VD16: A 4147 ab, mit 78 Digitalisaten!). Bekanntlich existieren viel mehr Digitalisierungen, als das VD16 angibt. Ich habe der Liste noch 60 weitere Links hinzugefügt, aber ohne allzu langwierige Recherchen anzustellen. Es ist damit zu rechnen, dass sich noch erheblich mehr Digitalisate finden lassen.

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