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Liste der VD16-Nummern ohne Exemplarnachweise und Konkordanz zur Melanchthon-Bibliographie von Helmut Claus

April 18, 2017

Die beiden genannten Verzeichnisse (Ohne Standortnachweise und Melanchthon-Bibliographie) habe ich zuletzt ins Wiki eingestellt, wobei die Liste der VD16-Nummern ohne Standortnachweis noch ein „Werk im Fortschritt“ ist. Am Anfang hatte ich anstelle dessen nur eine spezielle Konkordanz der Nachweise der Bibliotheca Palatina in der Vatikan-Bibliothek zusammengestellt, die das VD16 aus dem gedruckten Katalog (1886 – 1891) von Enrico Stevenson entnommen hatte.

Später, letzten Sommer, habe ich diese Konkordanz ergänzt mit den Nachweisen im VD16 aus dem gedruckten Katalog der British Library in London (ehemals British Museum), mit den Daten der Uhland-Lieddrucksammlung in der Tübinger UB und den Angaben, die das VD16 aus dem Katalog der Gustav-Freytag-Flugschriftensammlung in der UB Frankfurt entnommen hatte.

In allen diesen Fällen lagen die Dinge ähnlich wie bei der Bibliotheca Palatina: die Standorte der Drucke sind eigentlich bekannt, die Informationen werden vom VD16 aber nicht weitergegeben. Man kann sie zwar in den genannten Publikationen nachschlagen, aber nicht alle Benutzer des VD16 haben große Bibliotheken in Reichweite, in denen diese Werke vorhanden sind. Außerdem lohnt sich der Aufwand für solche kurzen Informationen meistens nicht.

Überraschenderweise wurde diese neue Liste im Wiki sehr gut besucht, mit zeitweise bis zu 100 Zugriffen pro Woche, so dass ich auf den Gedanken gekommen bin, die Titel im VD16 ohne Exemplarnachweise systematisch durchzugehen. Da, wo mir die entsprechenden Bibliographien zur Verfügung stehen, versuche ich die Standorte anhand der alten Angaben an den Opacs zu verifizieren. Darüber hinaus gleiche ich alle Titel am USTC ab. Die Daten des USTC überprüfe ich allerdings nicht noch einmal an den entsprechenden Opacs, ich reiche die Informationen des USTC nur weiter.

Auf diese Weise entsteht auf jeden Fall eine relativ komplette Liste von den Titeln, die im VD16 noch keinen Standortnachweis haben, und sobald ich zukünftig in Bibliographien oder Katalogen auf solche Exemplare treffe, kann ich sie in die Wikiliste eingeben („relativ komplett“ bedeutet: bis ungefähr zum Jahr 2004, aus dem die von mir benutzte CDRom des VD16 stammt, aber danach ist nicht mehr viel an Sekundärliteratur im VD16 ausgewertet worden). Ich schätze, dass die Gesamtliste am Ende um die 6000 Titel umfassen wird. Einige von diesen wird man natürlich nie auffinden, weil sie als Unikate im Krieg vernichtet worden sind, aber es wird ganz sicher noch sehr viel wieder auftauchen, was bisher als verschollen galt.

Die Liste im Wiki umfasst bisher ca. 1700 Titel. Von Zeit zu Zeit werde ich sie wieder überprüfen müssen, um zu sehen, ob das VD16 seine Datensätze inzwischen um die Standortangaben ergänzt hat. Die entsprechenden Einträge werden dann in der Wiki-Liste gelöscht.

Im Übrigen haben viele Bibliotheken in ihren Katalogen durchaus die entsprechenden VD16-Nummern eingetragen, aber sie kommen offenbar nicht auf die Idee, diese Informationen an das VD16 weiterzugeben. Wenn man in den Opacs, bzw. in den Verbundkatalogen, nach diesen VD16-Nummern suchen könnte, wäre ein großer Teil der Arbeit, die ich zur Zeit mache, nicht notwendig.

Während dieses neue Verzeichnis für fehlende Exemplarnachweise im Wiki also sehr gut besucht ist und offenbar Nutzer gefunden hat, kann man das von der ebenfalls neu erstellten Konkordanz des VD16 mit der Melanchthon-Bibliographie von Helmut Claus (2014) nicht sagen. Davon hatte ich mir mehr versprochen. Vielleicht braucht es aber einfach nur etwas mehr Zeit. Die 2014 erschienene Bibliographie ist z.B. in Italien in keiner der im italienischen Verbundkatalog SBN vertretenen Bibliotheken vorhanden (die kleine Bibliothek der Facoltà Valdese di Teologia in Rom hat sie, immerhin), in Frankreich nur in Paris und in Straßburg, in Belgien nur in Löwen und in Großbritannien nur in London, Oxford, Cambridge und in Edinburgh. Sobald die Bibliographie selbst weiter verbreitet ist, wird vielleicht auch das Interesse an der Konkordanz größer.

Nach meiner Vorstellung ist diese Liste eigentlich nicht so sehr speziell für Melanchthon-Forscher nützlich, denn diese werden ohnehin täglich mit der Bibliographie arbeiten, und wenn sie nach einer bestimmten VD16-Nummer suchen sollten, können sie dafür auch die CDRom benutzen, die zusätzlich zu der gedruckten Ausgabe verfügbar ist. Viel interessanter könnte die Konkordanz vielmehr für Humanismus-, Kirchengeschichts- oder Bildungsgeschichtsforscher generell sein, denn mehr als zwei Drittel der Datensätze der Melanchthon-Bibliographie betreffen Titel, deren Hauptautor gar nicht Melanchthon ist, und zu diesen mehr als 2000 Druckausgaben anderer Autoren werden bibliographische Daten geboten, die in den meisten Fällen weit über die Angaben im VD16 hinausgehen.

Eigentlich habe ich mich auch darüber gewundert, dass Helmut Claus selbst keine VD16-Konkordanz zu seiner Melanchthon-Bibliographie hat anfertigen lassen. Sicher, die Suche nach VD16-Nummern kann man, wie gesagt, auch mit der CDRom durchführen. Aber das ist auf jeden Fall aufwändiger, als ein schneller Blick in einige angefügte Seiten im Index-Band der Bibliographie selbst es wäre. Es war schließlich der Autor der Melanchthon-Bibliographie selbst, der 1994 den 2. Band der 2. Auflage der Luther-Bibliographie von Josef Benzing mit einer VD16-Konkordanz ausgestattet hat. Er hatte dafür sogar mit dem Erscheinungstermin des 2. Bandes der Lutherbibliographie (1. Band: 1989) eigens darauf gewartet, dass das VD16 komplett vorlag. Warum verzichtet er jetzt auf die Konkordanz?

Mir fallen dazu ähnliche Beispiele ein:

Der gedruckte Katalog der Bibelsammlung in der Landesbibliothek Stuttgart (Die Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart . Abt. 2. / Bd. 1., Deutsche Bibeldrucke 1466 – 1600 / beschr. von Stefan Strohm. Stuttgart- Bad Cannstatt 1987) enthält am Ende des 1987 erschienenen dritten Bandes zu den deutschsprachigen Bibeln gleich 2 Konkordanzen zum VD16, nämlich eine für die schon früher erschienenen griechischsprachigen Bibeln und eine für die deutschsprachigen. Diese Konkordanzen waren allerdings damals noch nicht komplett, denn im Jahr 1987 waren vom VD16 erst die Bände 8 bis 11 erschienen, also bis zu den Ordnungswörtern beginnend mit „Lut“. Man durfte also eigentlich einen Nachtrag erwarten. Aber die Bände der Stuttgarter Bibelsammlung zu den lateinischsprachigen Bibeldrucken vom Jahr 2002 enthalten gar keine Konkordanzen mehr. (Die Bände zu den anderssprachigen und zu den illustrierten Bibeldrucken sind noch nicht erschienen.)

Ein anderes Beispiel: Das Verfasserlexikon des Mittelalters war 2004 mit den Nachträgen im 11. Band komplett und bekam danach noch zusätzlich bis 2008 drei Registerbände, unter anderem auch mit Konkordanzen der Drucke (und zwar in Bd. 13, allerdings nicht allein in Bezug auf das VD16). Im Verfasserlexikon des Humanismus in Deutschland dagegen, das 2015 abgeschlossen war, wird am Ende bedauert, dass es zu einer VD16- und GW-Konkordanz nicht mehr gereicht habe. Das VL 16 schließlich (Verfasserlexikon zur Frühen Neuzeit, 1520 – 1620), das noch nicht vollständig ist (es erscheint erst seit 2011), verzichtet sogar in den einzelnen Artikeln selbst auf die Eruierung der VD16-Nummern. Auf eine Konkordanz am Ende braucht man da gar nicht zu hoffen.

Die Luther- und die Melanchthon-Bibliographie, die Kataloge der Stuttgarter Bibelsammlung und die verschiedenen Verfasserlexika mit Drucken des 16. Jahrhunderts sind verschiedene Fälle, zeitlich etwas versetzt, aber offenbar mit gleicher Tendenz: Der Nutzwert einer VD16-Konkordanz wird nicht mehr so hoch angesetzt wie noch vor 20 Jahren, als das VD16 gerade erschienen war.

Ich sehe meine Arbeit im Wiki der Drucke des 16. Jahrhunderts dagegen als einen Beitrag, der aufzeigen soll, dass das Potenzial des VD16 für die Frühneuzeitforschung viel größer ist, als es im Moment erscheint.

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