Zum Inhalt springen

Zum Stand des VD16 und des „Wiki der Drucke des 16. Jahrhunderts“ (Dezember 2015)

Dezember 24, 2015

Zum VD16

Im Jahr 2015 neu gemeldete Titel: ZV 30831 (gegenüber ZV 30305 im Dezember 2014)

XL-Signaturen: XL 171 (gegenüber XL 162 im Dezember 2014)

Neue beitragende Bibliotheken sind: Erfurt Depositum Naumburg (vd288, 64 Meldungen), Würzburg Diözesanbibliothek, vd289, 11 Titel), Kassel Landeskirchl. Bibl. (vd290, 1 Meldung), Schleitheim Ortsmuseum (vd291, 2 Meldungen); Ottobeuren Alte Bibl. (vd292, 1 Meldung); Ulm Stadtarchiv (vd293, 1 Meldung), Röhrsdorf-Klipphausen KB (vd294, 132 Meldungen).

Die meisten Meldungen in diesem Jahr, nämlich 2710, stammen aus der Stiftsbibliothek Kremsmünster, die erst Ende 2014 neu ins VD16 aufgenommen worden ist. Allerdings ist nur eine davon eine Neumeldung. Danach kommt die Staatsbibliothek Berlin mit fast 400 Titeln, davon ca. 100 neue.

Während die Anzahl aller Neumeldungen gegenüber 2014 also mehr oder weniger gleich geblieben ist, ist ein starker Rückgang der Meldungen im Ganzen festzustellen. Nur Coburg LB, Frankfurt M. UB, Heidelberg UB, München BSB, Nürnberg StB und Koblenz Görres-Gymnasium haben mehr als 100 Meldungen, davon lediglich Heidelberg mit mehr als 200. Bei einigen Bibliotheken gehen die Zahlen sogar zurück, vermutlich, weil Doppelmeldungen entdeckt worden sind.

 

Zum „Wiki der Drucke des 16. Jahrhundert“
Im Wiki sind dieses Jahr 8 Artikel von Texten aus der Edition Controversia et confessio eingefügt worden. Der 2008 herausgekommene Band ist auf der Seite der HAB Wolfenbüttel online zugänglich und die Artikel im Wiki sind mit der Online-Ausgabe verlinkt. Die Kommentare in der Edition entsprechen genau dem, was ich mir anfangs als Artikel für das Wiki vorgestellt hatte. Deshalb habe ich von diesen Texten Artikel mit Links auf die online-Edition angelegt, auch wenn ich eigentlich beschlossen hatte, keine weiteren Wiki-Artikel mehr zu verfassen.

Neu erstellte Konkordanzen im Wiki sind die zum Repertorium der Sangsprüche und Meisterlieder (RSM) und zu bisher zwei Katalogen der Marburger Leichenpredigten und Trauerschriften. Außerdem wurde die Hollstein’s-Konkordanz um den Band 29 von 1990 zu Christoph und Jos Murer erweitert.

Darüber hinaus gibt es jetzt als kleine Ergänzung zum VD16 ein Verzeichnis der ca. 200 Titel, die im VD16 nur aus einem alten gedruckten Katalog (Stev. Inv. = Inventario von Enrico Stevenson, 1886 – 1891) zitiert werden, die aber alle in der Vatikanbibliothek in Rom (Bibliotheca Palatina) vorhanden sind und die als Microfiche-Ausgabe in großen Bibliotheken auch zugänglich sind.

Die Zusammenstellung der RSM-Konkordanz war aufwändig. Sie umfasst 540 VD16-Nummern, dazu ca. 140 Ausgaben, die im VD16 noch fehlen. Die meiste Arbeit machte aber das Einfügen der Verweis-Nummern und das Heraussuchen der Band- und Seiten-Angaben in den 13 Textbänden mit den Inhaltsangaben der Lieder. Außerdem wurden bei einigen Ausgaben Links zum „VD Lied“ hinzugefügt, einer neuen Datenbank an der Staatsbibliothek Berlin, die seit diesem Jahr online ist.

Die Konkordanz der Marburger Leichenpredigtkataloge stellt für mich ein neues langfristiges Vorhaben da, denn von diesen Katalogen existieren schon über 50 Bände. Zwei davon habe ich bisher bearbeitet (Bd. 2 und Bd. 46). Die ersten 19 Bände sind vor 1995 herausgekommen, dem Jahr, in dem Band 22 (Wel-Zy) des VD16 erschien. Aber selbst die späteren Leichenpredigtkataloge bis etwa zum Band 44 von 2007 nahmen das VD16 (wie auch das VD17) nicht zur Kenntnis. Und auch die online-Datenbank GESA, in der diese und weitere Leichenpredigtverzeichnisse zusammengeführt werden, hat erst in den letzten Jahren VD16-Nummern, zeigt aber schon von der Anlage her kaum Interesse für die bibliographischen Daten der Predigten (die „Nachweise“ bestehen in der Angabe der Bibliotheksadressen!).

Dagegen werden die biographischen Daten der Verstorbenen in den gedruckten Katalogen höchst akribisch gesammelt und durch zahlreiche Register erschlossen. Ein chronologisches Register ist aber in keinem der Bände vorgesehen. Deshalb ist das Auffinden der Drucke des 16. Jahrhunderts, die in der Regel eine Minderheit in den Katalogen darstellen (die Mehrzahl sind Drucke des 17. und frühen 18. Jahrhunderts), sehr mühsam.

Jetzt kann dabei aber eine weitere Marburger Datenbank helfen, die selbst auch noch im Aufbau befindlich ist (Thenom), die aber wenigstens für die ersten 42 Bände die Namen der Verstorbenen und die Sterbejahre angibt, wodurch das Auffinden der betreffenden Drucke in den gedruckten Katalogen sehr erleichtert wird. Auch die Identifizierung der vielen Adligen mit ähnlichen Namen in dieser Datenbank ist eine große Hilfe. Mit der sperrigen GESA-Datenbank würde man für dieselbe Arbeit viele Wochen brauchen.

Bei den Leichenpredigten war ich lange unentschieden. Erstens gibt es diese Kataloge hier in Italien nicht, ich kann sie nur detailliert auswerten, wenn ich in Berlin bin. Es wird also einige Zeit dauern. Zweitens habe ich im Wiki ja schon die Konkordanz der Wolfenbütteler Leichenpredigten erstellt, weil auch dort keine VD16-Nummern angegeben werden (in diesem Fall aber, weil die Datei vor der Vollendung des gedruckten VD16 entstanden ist). Die Konkordanz der Wolfenbütteler Leichenpredigten im Wiki, mit der die neue Konkordanz viele Überschneidungen haben wird, wird aber sehr wenig benutzt.

Die Frage, die ich mir dabei stelle, ist, ob diese Dateien eigentlich auch für Nicht-Genealogen von Interesse sein können. Letztlich habe ich mich mit mir selbst auf die Meinung geeinigt, dass man das, was interdisziplinär interessant sein könnte, kaum völlig vorhersehen kann. Manche Daten werden zudem auch erst interessant, wenn sie eine bestimmte Quantität überschreiten. Und außerdem braucht es Zeit, bis sich die Existenz dieser Konkordanzen herumspricht. Und schließlich ist das Kriterium, nach dem ich entscheide, ob ich mich an eine solche Arbeit mache, eben auch, wie viele Vorarbeiten schon existieren, auf die ich als Nicht-Spezialist bezüglich der einzelnen Fachgebiete zurückgreifen kann, ohne allzu lange herumsuchen zu müssen. Die Leichenpredigten stellen meiner Meinung nach so ein Gebiet dar: Da ist in vielen Jahren ein enormer Arbeitsaufwand investiert worden, aber bibliographisch ist diese ganze Arbeit noch nicht ausgewertet worden.

Die Leichenpredigt-Konkordanzen im Wiki sind, wie gesagt, noch kein großer Publikumserfolg. Was sehr viel besser geht, ist immer noch die Liste der nicht im VD16 erfassten Drucke. Ende letzten Jahres und im ersten Halbjahr von 2015 gingen die Benutzerzahlen zwar stark zurück, bis auf 30 pro Woche, danach zogen sie aber wieder an und liegen jetzt bei ca. 500 pro Woche, im gesamten Jahr 2015 bei knapp 13.000.
Die Hauptseite des Wiki hatte im letzten Jahr knappe 11.000 Zugriffe.

Gut entwickeln sich auch die Aufrufzahlen bei den Konkordanzen von Hollstein’s (+ 3679), bei dem Handbuch für Kinder- und Jugendliteratur (+ 5791) und bei Griechischer Geist aus Basler Pressen (+ 3991). Diese Zahlen zeigen meiner Meinung nach, dass mit den Dateien gearbeitet wird, dass sie also ihren Zweck erfüllen. Denn durch Zufall kommen nicht so viele Leute regelmäßig auf Seiten, die aus reinen Zahlenkolonnen bestehen.

Wie viele Nutzer sich darüber hinaus die ganzen Dateien gleich auf die eigene Festplatte geladen haben und deshalb in den Zugriffszahlen gar nicht mehr auftauchen, kann man nicht wissen.

In dieser Richtung, in der Konzentration auf die Erstellung von Konkordanzen, will ich jedenfalls weiterarbeiten.

Advertisements

From → Uncategorized

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: