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Korrekturen am VD16 bei Oliver Duntze: Ein Verleger sucht sein Publikum, 2007

August 5, 2013

Einer der Fortschritte, die das VD16 mit sich gebracht hat, ist, dass die in allen Arbeiten über Drucke des 16. Jahrhunderts früher üblichen kilometerlangen Quellenverzeichnisse mit diplomatisch getreuen Abschriften der Titelblätter überflüssig geworden sind. Mit der VD16-Nummer hat man die verwendete Ausgabe genau identifiziert, bestenfalls sollte man der VD16-Nummer noch den Standort und die Signatur des Exemplars beifügen, falls dieses im VD16 nicht aufgeführt sein sollte.
Obwohl das VD16 jetzt schon seit 13 Jahren komplett ist und die ersten Bände schon vor 30 Jahren herausgekommen sind, hat sich diese Tatsache noch immer nicht bei allen Doktoranden, bzw. den betreffenden Doktorvätern und –müttern, herumgesprochen.

Es gibt aber auch Forschungsarbeiten, die von dieser Regel ausgenommen sind, z. B. die Dissertation von Oliver Duntze über den Straßburger Frühdrucker Matthias Hupfuff (Oliver Duntze: Ein Verleger sucht sein Publikum, 2007). Denn Duntze untersucht auch alle undatierten und unfirmierten Drucke, die Hupfuff zugeschrieben werden, und entscheidet anhand von Drucktypenvergleichen, ob die Zuschreibungen und Datierungen gerechtfertigt sind. In vielen Fällen kommt es dabei zu Korrekturen der Angaben im VD16.

Nun ist die Arbeit von Duntze schon 6 Jahre alt, aber viele seiner Ergebnisse sind im VD16 noch nicht angekommen, z.B. die Doppelverzeichnung von D 175 = ZV 10048 (bei Duntze Nr. 88), die sich beide allein auf das Exemplar in Zwickau 30.5.20a(3) beziehen. Auch D 721 und D 722 sollen identisch sein, da liege nach Duntze ein Lesefehler bei D 722 vor (bei Duntze Nr . 94), ebenso T 1620 = T 1621 (Ausgabe 1508 existiere nicht, bei Duntze Nr. 138) und A 1418 = A 1415 (bei Duntze Nr. 149), sowie B 4706 = B 4705 (bei Duntze Nr. 194). Ob das alles stimmt, was Duntze anführt, kann ich nicht nachprüfen, aber er erläutert seinen Feststellungen in allen Fällen ausführlich. Entscheidend wird sein, ob das VD16 seine Berichtigungen übernimmt.

Vielleicht müssten sich aber alle Cinquecentine-Forscher klarmachen, dass es nicht ausreicht, Korrekturen am VD16 einfach zu publizieren, sondern man muss die Arbeitsstelle des VD16 immer direkt anschreiben und sie auf die notwendigen Verbesserungen aufmerksam machen. Sonst dauert es viele Jahre.

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