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Die illustrierten Drucke im VD16

Der Nachweis der Illustrationen in den Drucken des 16. Jahrhunderts ist ein schwacher Punkt des VD16. Angezeigt wird dort nur die Existenz von Illustrationen, also von Holzschnitten (H), Titelholzschnitten (TH) oder Titelkupfern (TK), Titeleinrahmungen (TE), Randleisten im Innern des Buches (RL), Tabellen oder Faltblättern (T) und von Druckermarken (D).

Man erfährt im VD16 nichts über die Anzahl der Abbildungen, über eventuelle Mehrfachverwendungen innerhalb einer Ausgabe und über ihre Abmessungen, es wird nicht unterschieden zwischen Wappen, technischen Zeichnungen, Musiknoten oder großen Zierinitialen und anderen Zierstücken (außer Randleisten). Sehr oft werden Zierstücke auch gar nicht berücksichtigt. Der karge Buchstaben „H“ kann jedenfalls sehr viel, aber auch sehr wenig bedeuten.

Darüber hinaus kann man im VD16 nicht gezielt nach den ja immerhin vorhandenen Angaben suchen. Wer sich also speziell für Drucke mit Illustrationen interessiert, muss alle mehr als 100.000 Nummern von A bis Z und von ZV 1 bis ZV 31800 einzeln durchgehen. Bei einigen Drucken sind bekannte Holzschnittkünstler als „weitere Personen [Bearbeiter]“ angegeben, allerdings sehr unsystematisch.

Kunsthistoriker scheinen bei der Konzeption des VD16 keinen großen Einfluss gehabt zu haben, und lange Zeit hat die kunstgeschichtliche Forschung zur Buchillustration die Existenz des VD16 zum Teil auch einfach ignoriert. In Hollstein’s German Engravings, Etchings and Woodcuts (ca. 1400 – 1700) wurde in den Bänden, die bis zum Jahr 2010 herauskamen, keine VD16-Nummern angegeben. Dabei könnten auch schon die einfachen Hinweise im VD16 auf die Existenz von Holzschnitten ein Ansatz sein, um einen umfassenden Überblick über Buchillustration im 16. Jahrhundert zu bekommen.

Zuerst muss man dazu die entsprechenden Titel herausfiltern. Ich habe damit begonnen und habe eine kleine Datei der Drucke von 1501 bis 1510 in das Wiki der Drucke des 16. Jahrhunderts eingestellt. Danach müsste man in jeder einzelnen Ausgabe die Anzahl der Abbildungen ermitteln. Das habe ich noch nicht erledigt.

Nebenbei können dabei aber schon einige statistische Beobachtungen gemacht werden.

Das VD16 verzeichnet in den ersten 10 Jahren des 16. Jahrhunderts 3744 Ausgaben. Davon müssen 61 Nummern als „entfallen“ abgezogen werden, die meisten deshalb, weil sie identisch mit anderen Nummern sind. Die Zahl der Ausgaben mit Illustrationen beträgt ca. 2000, also mehr als die Hälfte. Rechnet man nun die 380 Drucke heraus, bei denen die Illustration allein aus einer Druckermarke besteht, und weitere 11, die nur eine Titeleinrahmung aufweisen, dann sind wir bei etwas mehr als 1600 Ausgaben.

Von diesen sind die Drucke mit einem Titelholzschnitt ohne weitere Abbildungen im Buchinnern relativ leicht durchzusehen. Das sind in den ersten 10 Jahren des Jahrhunderts etwa 630. Das bedeutet, dass für den Zeitabschnitt von 1501 bis 1510 etwa 1000 Ausgaben mit Holzschnitten im Buchinnern durchgesehen und katalogisiert werden müssten.

Nun kommt es darauf an, wie viele Ausgaben digitalisiert sind. Von den etwa 2000 Ausgaben mit mindestens einer Abbildung haben 1330 im VD16 einen Link zu einem Digitalisat (oder auch mehrere; den Vogel schießt VD16: A 4147 ab, mit 78 Digitalisaten!). Bekanntlich existieren viel mehr Digitalisierungen, als das VD16 angibt. Ich habe der Liste noch 60 weitere Links hinzugefügt, aber ohne allzu langwierige Recherchen anzustellen. Es ist damit zu rechnen, dass sich noch erheblich mehr Digitalisate finden lassen.

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Kriegsverluste und kriegsbedingt ins Ausland verlagerte Bestände im VD16

Bekanntlich hat die Staatsbibliothek in Berlin im Krieg und in der unmittelbaren Nachkriegszeit schwere Verluste erlitten. Noch heute haben viele Katalogeinträge den Zusatz: „Bestand erfragen/Kriegsverlust möglich“. Aber während vor 20 Jahren, mit etwas Glück, ein so gekennzeichnetes gewünschtes Buch doch noch im Magazin auftauchen konnte, kann man sich heute die Mühe des Erfragens sparen. Die entsprechenden Bücher sind entweder vernichtet, verschollen oder zumindest heute nicht mehr zugänglich.

Was die Drucke des 16. Jahrhunderts betrifft, werden die verlorenen Titel der Staatsbibliothek Berlin nicht an das VD16 gemeldet, von wenigen, wohl versehentlichen, Ausnahmen abgesehen.

Anders ist die BSB München vorgegangen. Dort wurden von Anfang an alle verlorenen Titel mit den Titeldaten aus dem Katalog ins VD16 übernommen. Nach Einführung der online-Version des VD16 fiel nicht mehr so stark auf, wie viele Drucke des 16. Jahrhunderts in München zerstört worden sind, denn man musste dafür bei jedem Eintrag erst die spezielle Datenbank mit den Exemplarangaben aufrufen. Seit der groß angelegten Digitalisierung der Münchener Bestände gibt es jetzt aber in vielen VD16-Datensätzen den Hinweis „Das Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek kann nicht gescannt werden (Verlust)“. Im gedruckten Grundwerk des VD16 kann man schon beim einfachen Blättern erkennen, dass die Münchner Verluste an Drucken des 16. Jahrhunderts in die Hunderte, vielleicht sogar Tausende gehen, vor allem bei den Bibelausgaben und bei den Kasualschriften.

Das Problem dieser Münchner Titelaufnahmen im VD16 liegt auf der Hand. Gerade bei den Kasualschriften sind die Titel, die nur von den Katalogkarten abgeschrieben wurden, zum großen Teil so verkürzt, dass es kaum möglich ist, Titel aus anderen Bibliotheken mit den in München verlorenen zu identifizieren. Wenn man aber bei einem Titelvergleich wegen der Ungenauigkeit oder Knappheit der Angaben nicht mehr entscheiden kann, ob die beiden Titel identisch sind oder nicht, dann wird man den ungenauen Datensatz aus München im VD16 tilgen müssen, sobald an derer Stelle ein Titel auftaucht, der möglicherweise identisch ist. Denn selbst wenn weitere Funde von ähnlichen Titeln erfolgen sollten, dann wird es doch niemals die Sicherheit geben, dass es sich dabei um genau diese, ehemals in München vorhandenen Ausgaben handelt. Wenn man eine solche unsichere Titelaufnahme dagegen behalten würde, würde man damit zwangsläufig eine Phantomausgabe in die Welt setzen.

Bei den folgenden VD16-Nummern handelt es sich meiner Meinung nach um solche Fälle:

C 1173 = ZV 6356

C 1154 = ZV 8527

E 1773 = ZV 6375

E 1801 = ZV 6359

C 1064 = ZV 2413

C 1113 = ZV 3684

E 3798 = ZV 14366

C 1130 = ZV 3066

C 1059 = ZV 2958

S 5889 = ZV 14363

C 1157 = ZV 9933

E 1683 = ZV 9896

C 1153 = ZV 18036

B 4748 = B 4676 (der griechische Teil des Titels wurde im Katalog ausgelassen; ebenso wurde in Augsburg SuStB (Th Ex 874) verfahren)

ZV 1761 (mit dem Hinweis: „Möglicherweise identisch mit VD16 ZV 14834„)

Bei ZV 16516 = ZV 28141 wurde dasselbe verlorene Exemplar 2011 ein zweites Mal verzeichnet, woran man erkennen kann, dass keine Überprüfung stattgefunden hat.

Diesen Problemen geht die Stabi Berlin aus dem Weg, indem sie die nicht mehr vorhandenen Bücher einfach nicht im VD16 registriert. Im Berliner Katalog sind diese Titel alle verzeichnet, wenn auch zum Teil noch mit den fehlerhaften Transkriptionen der alten Katalogkarten (diese Transkriptionen wurden in den 90er Jahren von externen Schreibbüros durchgeführt, die vor den in Sütterlin verfassten Katalogkarten oft kapitulieren mussten). Das bedeutet, dass ehemals Berliner Drucke, bei denen es sich um Unikate handelt, für das VD16 gar nicht existieren. Zum Teil handelt es sich aber um Quellentexte, die ausführlich in der wissenschaftlichen Literatur der Zeit vor dem 2. Weltkrieg behandelt worden sind.

Dazu kommt, dass ein großer Teil dieser Bücher in Wirklichkeit gar nicht verloren ist, sondern jetzt in der BJ Krakau oder in der Staatsbibliothek von Moskau stehen. In Krakau sind die Drucke des 16. Jahrhunderts, die aus der Staatsbibliothek Berlin stammen, sogar sehr präzise in dem siebenbändigen gedruckten Katalog der Drucke des 16. Jahrhunderts in der BJ Krakau verzeichnet.

Catalogus librorum saeculi XVI qui in Bibliotheca Iagellonica Cracoviensis asservantur: BJ 16. Curavit Marianus Malicki, confecerunt Margarita Gołuszka, Marianus Malicki, Romana Piech, Wanda Ptak-Korbel, Eva Szczawińska, Sophia Wawrykiewicz, Eva Zwinogrodzka, Baden-Baden 2002-2005.

Ihre alten Berliner Signaturen sind dort beibehalten worden. 110 von diesen Titeln, die offenbar Unikate sind, habe ich vor sieben Jahren in die Liste der Drucke, die im VD16 fehlen, aufgenommen. Ich vermute aber, dass das längst nicht alle sind.

Jetzt sieht es so aus, als würde (allerdings sehr, sehr gemächlich) die BJ Krakau damit beginnen, ehemals Berliner Titel ins VD16 einzugeben. Bis zum vergangenen Jahr hatte Krakau (VD16-Sigle: vd117) im Ganzen nur einen einzigen Titel an das VD16 gemeldet, seit März 2017 sind fünf Titel hinzugekommen, davon drei mit ehemals Berliner Signaturen.

Das sollte die Berliner Stabi aber nicht davon abhalten, ihre Vorkriegs-Katalogisate, so wie die Münchner BSB, im VD16 zu verzeichnen, zumindest die Unikate. Nur muss anschließend auch darauf geachtet werden, dass diese Titel dort nicht als „verlorene Ausgaben“ stehen bleiben, wenn in der Zwischenzeit in anderen Bibliotheken weitere Exemplare derselben Ausgaben aufgetaucht sind.

Zum Stand des VD16 und des „Wiki der Drucke des 16. Jahrhunderts“ (Dezember 2017)

Das VD16 ist Ende Dezember 2017 bei der Nummer ZV 31617 angekommen. Das sind somit 348 neue Ausgaben seit Ende Dezember 2016. Im Jahre 2016 gab es dagegen 437 Neuzugänge und im Jahre 2015 waren es 526. Den XL-Signaturen wurden im Jahr 2017 sechs neue Ausgaben hinzugefügt (jetziger Stand: XL 181).

Auch die Gesamtzahlen der Meldungen sind rückgängig. Es gibt sieben Bibliotheken mit mehr als 100 Meldungen:

Trier Priesterseminar: 1070
Wittenberg Predigerseminar: 532
Dresden SLUB: 520
Berlin SB: 252
Mainz StB: 160
München BSB: 112
München UB: 102

Weitere sechs Bibliotheken meldeten zwischen 50 und 100 Titel.

Neue beitragende Bibliotheken sind darüber hinaus:
(vd300) Goshen (Indiana) Mennonite Hist. Libr.
(vd301) Baltimore John Hopkins Univ.
(vd302) Gnesen/Gniezno Erzbisch. Archiv
(vd303) Posen/Poznan BU
(vd304) (noch kein Name angegeben)

Alle neuen Bibliotheken melden aber nur einen oder zwei Titel.

Eine redaktionelle Überarbeitung des VD16 bleibt ein Desiderat. So müssen Doppelmeldungen systematisch gesucht und bereinigt werden (auch im Bereich der Namen, weil es Fälle gibt, in denen dieselben Personen unter verschiedenen Namen geführt werden), getilgte Nummern aus dem gedruckten Grundwerk müssen als „entfallene“ Titel in der Online-Version wieder eingesetzt und die Streichungen begründet werden. Zu stark gekürzte Titelaufnahmen und fehlende Angaben (wie z. B. in einigen Fällen Respondenten in Dissertationen) sind zu ergänzen.

Einheitssachtitel müssen konsequent vergeben werden, wenn kein Autor bekannt ist. Und sie müssen bei mehr oder weniger gleichen Texten auch wirklich vereinheitlicht sein. Dabei sollte man sich auch mit dem VD17 einigen, auch übrigens in der Frage der Ansetzung der Verfassernamen. Für Drucke, bei denen kein Titelblatt mehr vorhanden ist, wäre auch eine Kennzeichnung nützlich, nach der man gezielt suchen kann.

Die Zuordnung der Exemplare zu den verschiedenen Ausgaben muss systematisch überprüft werden, besonders in den Fällen, in denen nachträglich Exemplare mit Varianten gefunden worden sind, die dann eine eigene Nummer bekommen haben. Letzteres können natürlich nur die einzelnen Bibliotheken selbst machen.

Ein richtig großes Projekt wäre darüber hinaus eine Überarbeitung und Präzisierung der Angaben zu den Illustrationen, zum Buchschmuck und zu Notationen. Aber ich fürchte, das geht zu weit.

Zum Wiki der Drucke des 16. Jahrhunderts

Im Wiki wurden die beiden noch fehlenden Kurzartikel zu den Titeln aus dem Editionsband 8 des Projekts Controversia et Confessio nachgetragen sowie ein Kurzartikel zu einem Text von Eberhard Weidensee. Als neue Konkordanz wurden die 400 VD16-Nummern der Titel aus der „Volksbücher“-Bibliographie von Bodo Gotzkowsky (1991) in das Wiki eingestellt.

Die Hauptarbeit an dem Wiki im letzten Jahr betraf die neue Liste zu den VD16-Nummern, die im VD16 keinen Bibliotheksnachweis haben. Diese Liste enthält jetzt ca. 2450 VD16-Nummern.

Auch die Liste der noch nicht im VD16 enthaltenen Drucke wurde weiter ergänzt. Sie umfasst jetzt ca. 2000 Titel. Neben den Basler Dissertationen und den in Wroclaw BU verfilmten und katalogisierten Drucke wurden jetzt auch Titel aus der NB Warschau verzeichnet, vor allem aus Druckorten, die im heutigen Polen liegen, wie Breslau, Danzig, Neiße und Liegnitz.

Die Zugriffszahlen auf diese Liste haben auch im Jahr 2017 wieder zugenommen. Noch stärker gestiegen ist die Zahl der Zugriffe auf die Hauptseite des Wikis. Diese gehen jetzt aber nicht mehr in die Statistik ein, denn sie stammen in der Hauptsache sicher nicht von Nutzern, die an den Inhalten des Wikis interessiert sind. Auffällig ist nämlich, dass zeitgleich mit den Zugriffen auf die Hauptseite auch die Zugriffszahlen von mittlerweile ganz nutzlosen Seiten enorm angestiegen sind, wie der obsoleten „Hilfe“-Seite (zuletzt mehr als 3000 pro Woche) oder einer alten Seite mit Instruktionen für die Eingabe neuer Artikel in das Wiki. Ich habe sie mittlerweile gelöscht.

Die Konzentration der Zunahme auf diese beiden eigentlich inhaltslosen Seiten lässt vermuten, dass es sich dabei um automatisierte Zugriffe handelt, mit denen versucht wird, Spam-Links in dem Wiki unterzubringen. Die übrigen Seiten, außer der Hauptseite, waren von dem abrupten Anstieg nicht betroffen. Das bedeutet, dass das zeitgleiche Ansteigen der Zugriffszahlen auf die Hauptseite wohl auch von solchen unerwünschten Besuchen herrührt und dass die betreffenden Zahlen daher nicht mehr aussagekräftig sind.

Zu den Konkordanzen

Die Mainzer Gesangbuchbibliographie war für einige Monate des Jahres vom Netz genommen, so dass alle Links der entsprechenden Konkordanz im Wiki ins Leere gingen. Jetzt ist die Online-Bibliographie wieder zugänglich und die Links im Wiki wurden angepasst. Der Bearbeitungsstand der Gesangbuchbibliographie stagniert aber weiterhin bei der letzten Aktualisierung von 2013.

In Vorbereitung ist eine Konkordanz zum gedruckten Katalog der Stuttgarter Bibelsammlung. Die ersten Bände dieses Katalogs von 1984 bis 1993 mit den griechischen und den deutschsprachigen Bibeldrucken enthalten selbst schon entsprechende Konkordanzen, die allerdings noch nicht ganz vollständig sind, weil das gedruckte VD16 damals noch in Arbeit war. In den Bänden mit den lateinischen Bibeln von 2002 dagegen findet sich keine Konkordanz. Die geplanten Bände zu anderssprachigen und polyglotten Drucken sind noch nicht erschienen.

Vielleicht nicht sehr bekannt ist die Tatsache, dass der Stuttgarter Katalog auch parallele Eintragungen im gedruckten Katalog der BL London mit Angabe der Signatur zitiert, so dass auch zu diesen Exemplaren die VD16-Nummern identifiziert sind. Außerdem werden die als Microfiche edierten Bibeldrucke der Bibliotheca Palatina in Rom (eigenartigerweise) als zusätzliche vorhandene Exemplare behandelt, soweit es dazu parallele Ausgaben in der Württembergischen Landesbibliothek gibt. Auch diese Informationen möchte ich gerne in die geplante Konkordanz aufnehmen.

Das Geheimnis der verschwundenen VD16-Nummern

Mir ist aufgefallen, dass im VD16 einige Nummern fehlen.

Bei der Suche nach bestimmten Ausgaben des 16. Jahrhunderts kommt es oft vor, dass man im online-VD16 zwar Treffer für den gesuchten Titel erhält, aber nicht im gewünschten Jahr, sondern in einer früheren oder späteren Ausgabe. Da die Ausgaben von gleichen Titeln im gedruckten VD16 chronologisch geordnet sind, ist es sinnvoll, dann bei den vorausgehenden oder nachfolgenden Nummern zu prüfen, ob man fündig wird. Es kann nämlich leicht möglich sein, dass der Titel der gesuchten Ausgabe nur in einer Kleinigkeit anders geschrieben ist als das, was man eingegeben hat.

Bei dieser Art der Suche kann es nun vorkommen, dass man auf Nummern trifft, die im online-VD16 nicht mehr existieren. Im gedruckten Werk sind diese Nummern wohl vorhanden, aber in der Online-Ausgabe wurden sie gelöscht.

Besonders verwirrend wird die Sache, wenn dann dazu bei Aufruf einer dieser Nummern nicht etwa die Seite mit der Fehlmeldung erscheint, sondern ein ganz anderer Datensatz, der mit dem gesuchten nichts zu tun hat, weil in ihm zufällig zum einen der Buchstabe der gesuchten Nummer und zum anderen die entsprechende Zahl auftauchen (z. B. bei K 11 oder bei H 1 oder F 558, wo sogar zwei ganz andere Drucke als Treffer angeboten werden, weil „F“ und „558“ vom VD16 als zu verschiedenen Nummern gehörig gelesen werden).

Die Löschungen der Nummern dürften aus der Zeit stammen, in der das VD16 darauf vorbereitet wurde, im Internet veröffentlicht zu werden. Das dauerte allerdings mehrere Jahre, denn die Bayerische Staatsbibliothek hatte auf ihrer Internet-Seite die online-Publikation der Datenbank mit ihren Erweiterungen durch das Supplement-Alphabet zwar schon für die späten 90er Jahre angekündigt, also noch bevor die Registerbände fertig waren, aber die vielen Umstellungen, die für die Online-Ausgabe vorgenommen wurden, verzögerten die online-Publikation dann bis 2004. Seitdem werden, soweit ich das überblicke, keine Nummern mehr gelöscht, sondern ein falscher Eintrag bekommt den Kommentar: „Ausgabe entfällt“, meist mit einer Begründung, wie: „identisch mit …“ oder „Teil von …“ (Beispiel: A 4376) oder „kein deutscher Druck“.

Sehr selten sind die Fälle, in denen schon im gedruckten Grundwerk eine Nummer einfach übersprungen wurde, wie die Nummer N 769. Es gibt noch andere Gründe für das Fehlen von Nummern. Fehler unterliefen z. B. bei dem Umbau der Datenbank, durch den die in Drucken enthaltenen zusätzlichen Texte nicht mehr gesondert aufgeführt werden wie im gedruckten Grundwerk. Die besonderen Nummern von „enthaltenen“ Werken, die im Grundwerk vergeben wurden, wurden in der online-Ausgabe des VD16 zwar beibehalten, nur wird man mit ihnen direkt auf den Haupteintrag umgeleitet. Gebe ich also in die Suchmaske „H 1045“ ein, lande ich bei dem Datensatz B 5368. Eindeutig zitiert werden müsste das als „H 1045 in: B 5368“.

In einigen wenigen Fällen hat diese Umleitung aber nicht geklappt, und die Nummer des enthaltenen Werks führt ins Leere, wie bei R 2685, was eigentlich auf A 3575 hinleiten sollte (der Grund ist das fehlende „R“ in der Nummer).

Auch die Nummer B 1239 ist im online-VD16 in der Nummer B 1228 aufgegangen, aber da dabei zugleich der Name des Verfassers ohne Anmerkung korrigiert wurde, ist die Nummer ohne genauere Nachforschung gar nicht mehr aufzuspüren.

Der in B 1228 enthaltene Text Oratio ad divam Catharinam ist nämlich nicht, wie im gedruckten VD16 angegeben, von Bebel, sondern von Jakob Locher (Philomusus). Das wurde in der online-Version korrigiert. In der den Text enthaltenden Ausgabe B 1228 gilt Locher jetzt jedoch als Beiträger, so dass die Nummer B 1239 ganz verschwindet. Gibt man die Nummer in die Suchmaske ein, erhält man als Ergebnis VD16 B 789, darin enthalten N 1239, also Texte, die nichts mit der gesuchten Nummer zu tun haben.

Verschwundene Nummern sind vor allem dann ein Problem, wenn sie danach in der Forschungsliteratur als Nachweise weiter herumgeistern. In der Zwischenzeit wurde B 1239 z. B. in Worstbrocks Deutscher Humanismus 1480 – 1520: Verfasserlexikon, Bd. 1 (2008), Sp. 148 zitiert, und da dort die verschiedenen VD16-Nummern von enthaltenen Werken auch nur nacheinander aufgezählt werden, steht der normale Benutzer, der nur „mal eben“ eine VD16-Nummer, die er im VL gefunden hat, aufrufen möchte, vor einem Rätsel.

In den meisten Fällen sind Nummern aber verschwunden, weil die Einträge für „Mitverfasser“ gelöscht wurden. Diese erscheinen jetzt einfach als zusätzliche Namen neben dem Hauptverfasser, wie zum Beispiel Gertrudis von Helfta, ehemals mit den jetzt gelöschten Nummern G 1638 und G 1639, jetzt dagegen unter den Nummern M 1783 und M 1784 neben Mechthild von Hackeborn; oder Caspar Kannengießer, ehemals K 72, jetzt neben Melanchthon in M 3095. Ebenso in den Fällen, in denen ein Respondent einer Universitätsdisputation vom VD16 den Status eines „Mitverfassers“ zugesprochen bekommen hatte, so z. B. ehemals D 1513 Sebastian Dieterich, jetzt: E 1400 (unter dem Namen des präsidierenden Professors).

Hier einige dieser Fälle, die mir im Laufe meiner Beschäftigung mit dem VD16 aufgefallen sind, hauptsächlich Universitätsdisputationen, aber auch Hochzeitsgedichte und anderes, unsystematisch gesammelt:

B 392 (Barletius, übersetzt von Pinicianus) ist der 4. Teil von D 1389, ist dort in der Titelaufnahme zwar erwähnt, wird aber unter den beigefügten Werken nicht angegeben.

B 6291 (Boeckel, Jan) = B 6327

D 1514 (Dieterich) = G 2000

D 1515 (Diethard) = K 1536

C 5782 (Crepserus) = P 1286

F 558 (Falck) = E 851

H 1 (Haag) = D 96

H 10 (Haberkorn) = G 2371

H 11 (Haberlandt) = H 3117

H 190 (Hagius) und S 6365 (Siegfried) = M 1942

J 182 (Janus) = M 1367

K 11 (Kager) = H 331

K 73 (Kanngießer) = M 4029 in L 5748

L 1414 (Leyck) = H 4429

P 2790 (Pincier) = B 8992

P 4189 (Ponikau) = G 80

P 4190 (Ponikau) = G 90

T 292 (Tegeder) = H 4461

V 2116 (Vogel) = A 2600

Wenn dagegen ZV-Nummern, die ja erst nach dem Erscheinen des Grundwerks vergeben wurden, fehlen, lässt sich für Außenstehende nicht mehr nachträglich rekonstruieren, worauf sie sich einmal bezogen haben. Diese Nummern konnten frei werden, wenn sich herausstellte, dass sie einer Ausgabe zugeordnet worden waren, die in Wirklichkeit schon zuvor eine andere Nummer bekommen hatte. Normalerweise wurden solche freigewordenen ZV-Nummern mit anderen, neu aufgefundenen Ausgaben belegt. Einige blieben aber trotzdem frei, einfach deshalb, weil vergessen wurde, sie neu zu belegen, wie etwa ZV 16940, ZV 17322 oder ZV 24564. Sie sind auch ganz unproblematisch, weil sie in der Forschungsliteratur nicht auftauchen und niemand auf die Idee kommen kann, nach ihnen zu suchen.

Bei den Nummern aus dem gedruckten Grundwerk dagegen sollten auf jeden Fall die Löschungen rückgängig gemacht werden, und die betreffenden Datensätze sollten mit dem Verweis „entfällt, identisch mit …“ versehen werden, damit möglicherweise in der Forschungsliteratur existierende Verweise nicht ins Leere führen. Wie viele fehlende Nummern es im Ganzen im VD16 gibt, ist unklar. Man müsste dazu im gedruckten Grundwerk nach allen „Mitverf.“-Einträgen suchen.

Ein Kuriosum zum Schluss: einzigartig im VD16 ist die Signatur ZV 15260A mit dem angehängten Buchstaben, wahrscheinlich ein Relikt aus einem früheren Entwicklungsstand der Datei. Gewissermaßen ein archäologisches Fundstück.

Liste der VD16-Nummern ohne Exemplarnachweise und Konkordanz zur Melanchthon-Bibliographie von Helmut Claus

Die beiden genannten Verzeichnisse (Ohne Standortnachweise und Melanchthon-Bibliographie) habe ich zuletzt ins Wiki eingestellt, wobei die Liste der VD16-Nummern ohne Standortnachweis noch ein „Werk im Fortschritt“ ist. Am Anfang hatte ich anstelle dessen nur eine spezielle Konkordanz der Nachweise der Bibliotheca Palatina in der Vatikan-Bibliothek zusammengestellt, die das VD16 aus dem gedruckten Katalog (1886 – 1891) von Enrico Stevenson entnommen hatte.

Später, letzten Sommer, habe ich diese Konkordanz ergänzt mit den Nachweisen im VD16 aus dem gedruckten Katalog der British Library in London (ehemals British Museum), mit den Daten der Uhland-Lieddrucksammlung in der Tübinger UB und den Angaben, die das VD16 aus dem Katalog der Gustav-Freytag-Flugschriftensammlung in der UB Frankfurt entnommen hatte.

In allen diesen Fällen lagen die Dinge ähnlich wie bei der Bibliotheca Palatina: die Standorte der Drucke sind eigentlich bekannt, die Informationen werden vom VD16 aber nicht weitergegeben. Man kann sie zwar in den genannten Publikationen nachschlagen, aber nicht alle Benutzer des VD16 haben große Bibliotheken in Reichweite, in denen diese Werke vorhanden sind. Außerdem lohnt sich der Aufwand für solche kurzen Informationen meistens nicht.

Überraschenderweise wurde diese neue Liste im Wiki sehr gut besucht, mit zeitweise bis zu 100 Zugriffen pro Woche, so dass ich auf den Gedanken gekommen bin, die Titel im VD16 ohne Exemplarnachweise systematisch durchzugehen. Da, wo mir die entsprechenden Bibliographien zur Verfügung stehen, versuche ich die Standorte anhand der alten Angaben an den Opacs zu verifizieren. Darüber hinaus gleiche ich alle Titel am USTC ab. Die Daten des USTC überprüfe ich allerdings nicht noch einmal an den entsprechenden Opacs, ich reiche die Informationen des USTC nur weiter.

Auf diese Weise entsteht auf jeden Fall eine relativ komplette Liste von den Titeln, die im VD16 noch keinen Standortnachweis haben, und sobald ich zukünftig in Bibliographien oder Katalogen auf solche Exemplare treffe, kann ich sie in die Wikiliste eingeben („relativ komplett“ bedeutet: bis ungefähr zum Jahr 2004, aus dem die von mir benutzte CDRom des VD16 stammt, aber danach ist nicht mehr viel an Sekundärliteratur im VD16 ausgewertet worden). Ich schätze, dass die Gesamtliste am Ende um die 6000 Titel umfassen wird. Einige von diesen wird man natürlich nie auffinden, weil sie als Unikate im Krieg vernichtet worden sind, aber es wird ganz sicher noch sehr viel wieder auftauchen, was bisher als verschollen galt.

Die Liste im Wiki umfasst bisher ca. 1700 Titel. Von Zeit zu Zeit werde ich sie wieder überprüfen müssen, um zu sehen, ob das VD16 seine Datensätze inzwischen um die Standortangaben ergänzt hat. Die entsprechenden Einträge werden dann in der Wiki-Liste gelöscht.

Im Übrigen haben viele Bibliotheken in ihren Katalogen durchaus die entsprechenden VD16-Nummern eingetragen, aber sie kommen offenbar nicht auf die Idee, diese Informationen an das VD16 weiterzugeben. Wenn man in den Opacs, bzw. in den Verbundkatalogen, nach diesen VD16-Nummern suchen könnte, wäre ein großer Teil der Arbeit, die ich zur Zeit mache, nicht notwendig.

Während dieses neue Verzeichnis für fehlende Exemplarnachweise im Wiki also sehr gut besucht ist und offenbar Nutzer gefunden hat, kann man das von der ebenfalls neu erstellten Konkordanz des VD16 mit der Melanchthon-Bibliographie von Helmut Claus (2014) nicht sagen. Davon hatte ich mir mehr versprochen. Vielleicht braucht es aber einfach nur etwas mehr Zeit. Die 2014 erschienene Bibliographie ist z.B. in Italien in keiner der im italienischen Verbundkatalog SBN vertretenen Bibliotheken vorhanden (die kleine Bibliothek der Facoltà Valdese di Teologia in Rom hat sie, immerhin), in Frankreich nur in Paris und in Straßburg, in Belgien nur in Löwen und in Großbritannien nur in London, Oxford, Cambridge und in Edinburgh. Sobald die Bibliographie selbst weiter verbreitet ist, wird vielleicht auch das Interesse an der Konkordanz größer.

Nach meiner Vorstellung ist diese Liste eigentlich nicht so sehr speziell für Melanchthon-Forscher nützlich, denn diese werden ohnehin täglich mit der Bibliographie arbeiten, und wenn sie nach einer bestimmten VD16-Nummer suchen sollten, können sie dafür auch die CDRom benutzen, die zusätzlich zu der gedruckten Ausgabe verfügbar ist. Viel interessanter könnte die Konkordanz vielmehr für Humanismus-, Kirchengeschichts- oder Bildungsgeschichtsforscher generell sein, denn mehr als zwei Drittel der Datensätze der Melanchthon-Bibliographie betreffen Titel, deren Hauptautor gar nicht Melanchthon ist, und zu diesen mehr als 2000 Druckausgaben anderer Autoren werden bibliographische Daten geboten, die in den meisten Fällen weit über die Angaben im VD16 hinausgehen.

Eigentlich habe ich mich auch darüber gewundert, dass Helmut Claus selbst keine VD16-Konkordanz zu seiner Melanchthon-Bibliographie hat anfertigen lassen. Sicher, die Suche nach VD16-Nummern kann man, wie gesagt, auch mit der CDRom durchführen. Aber das ist auf jeden Fall aufwändiger, als ein schneller Blick in einige angefügte Seiten im Index-Band der Bibliographie selbst es wäre. Es war schließlich der Autor der Melanchthon-Bibliographie selbst, der 1994 den 2. Band der 2. Auflage der Luther-Bibliographie von Josef Benzing mit einer VD16-Konkordanz ausgestattet hat. Er hatte dafür sogar mit dem Erscheinungstermin des 2. Bandes der Lutherbibliographie (1. Band: 1989) eigens darauf gewartet, dass das VD16 komplett vorlag. Warum verzichtet er jetzt auf die Konkordanz?

Mir fallen dazu ähnliche Beispiele ein:

Der gedruckte Katalog der Bibelsammlung in der Landesbibliothek Stuttgart (Die Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart . Abt. 2. / Bd. 1., Deutsche Bibeldrucke 1466 – 1600 / beschr. von Stefan Strohm. Stuttgart- Bad Cannstatt 1987) enthält am Ende des 1987 erschienenen dritten Bandes zu den deutschsprachigen Bibeln gleich 2 Konkordanzen zum VD16, nämlich eine für die schon früher erschienenen griechischsprachigen Bibeln und eine für die deutschsprachigen. Diese Konkordanzen waren allerdings damals noch nicht komplett, denn im Jahr 1987 waren vom VD16 erst die Bände 8 bis 11 erschienen, also bis zu den Ordnungswörtern beginnend mit „Lut“. Man durfte also eigentlich einen Nachtrag erwarten. Aber die Bände der Stuttgarter Bibelsammlung zu den lateinischsprachigen Bibeldrucken vom Jahr 2002 enthalten gar keine Konkordanzen mehr. (Die Bände zu den anderssprachigen und zu den illustrierten Bibeldrucken sind noch nicht erschienen.)

Ein anderes Beispiel: Das Verfasserlexikon des Mittelalters war 2004 mit den Nachträgen im 11. Band komplett und bekam danach noch zusätzlich bis 2008 drei Registerbände, unter anderem auch mit Konkordanzen der Drucke (und zwar in Bd. 13, allerdings nicht allein in Bezug auf das VD16). Im Verfasserlexikon des Humanismus in Deutschland dagegen, das 2015 abgeschlossen war, wird am Ende bedauert, dass es zu einer VD16- und GW-Konkordanz nicht mehr gereicht habe. Das VL 16 schließlich (Verfasserlexikon zur Frühen Neuzeit, 1520 – 1620), das noch nicht vollständig ist (es erscheint erst seit 2011), verzichtet sogar in den einzelnen Artikeln selbst auf die Eruierung der VD16-Nummern. Auf eine Konkordanz am Ende braucht man da gar nicht zu hoffen.

Die Luther- und die Melanchthon-Bibliographie, die Kataloge der Stuttgarter Bibelsammlung und die verschiedenen Verfasserlexika mit Drucken des 16. Jahrhunderts sind verschiedene Fälle, zeitlich etwas versetzt, aber offenbar mit gleicher Tendenz: Der Nutzwert einer VD16-Konkordanz wird nicht mehr so hoch angesetzt wie noch vor 20 Jahren, als das VD16 gerade erschienen war.

Ich sehe meine Arbeit im Wiki der Drucke des 16. Jahrhunderts dagegen als einen Beitrag, der aufzeigen soll, dass das Potenzial des VD16 für die Frühneuzeitforschung viel größer ist, als es im Moment erscheint.

Zum Stand des VD16 und des „Wiki der Drucke des 16. Jahrhunderts“ (Dezember 2016)

Zum VD16:
Jetziger Stand der Meldungen: ZV 31269
Zuwachs gegenüber 2015: + 437
XL-Signaturen: nur vier neue Meldungen (XL 175).

Neue beitragende Bibliotheken:

Dessau-Roßlau, Anhaltische Landesbibliothek (1290 Meldungen), hat die Sigle „vd292“ von Ottobeuren Alte Bibliothek übernommen, die in der Tat schon seit langem eine Sigle hatte (vd245) und letztes Jahr fälschlich eine zweite bekommen hat.

Eine doppelte Siglenvergabe liegt übrigens auch bei den Bibliotheken Cambridge/Mass., Houghton Library (vd271 und vd285) und Zürich ETH (vd231 und vd275) vor, aber in diesen Fällen scheint das noch niemandem der dafür Zuständigen aufgefallen zu sein.

Freiburg Erzbischöfliches Ordinariat (vd295), 1 Meldung
Philadelphia, University of Pennsylvania (vd296), 1 Meldung
Eutin Landesbibliothek (vd297), 1 Meldung
Besançon Bibliothéque Municipale (vd298), 1 Meldung
Trier Bistumsarchiv (vd299), 67 Meldungen

Die meisten Meldungen im Jahr 2016 stammen aus Dessau-Roßlau: 1290 Meldungen, davon aber nur 2 neue.
Dresden SLUB hat seine Meldungen ans VD16 nach vier Jahren Pause wieder aufgenommen: 1100, davon 32 neue.
Berlin Staatsbibliothek hat im Jahr 2016 454 Meldungen, davon 55 neue.

Auch die Zwickauer Ratsschulbibliothek scheint nach drei Jahren Pause ihre Meldungen wiederaufgenommen zu haben: 382, davon 38 neue.

Frankfurt/Main UB: 393 Meldungen, keine neuen.

Paderborn Erzbischöfliche Akademische Bibliothek: 258 Meldungen, davon 5 neue.

München BSB, München UB und Erfurt UB Depositum Stadtbibliothek um die 100 Meldungen, alle anderen haben weniger als 100.

Insgesamt bedeutet das einen weiteren Rückgang der gemeldeten Titel gegenüber dem Vorjahr.

Tatsächlich dürften die Zahlen allerdings ein bisschen höher liegen, denn einige Bibliotheken sind jetzt dazu übergegangen, nur noch ihre Digitalisate in schon existierende VD16-Datensätze einzufügen, ohne die Signaturen in der Besitzstandsdatei des VD16 zu registrieren. Das ist mir z.B. bei der UB Kiel und der ÖNB Wien aufgefallen. Dadurch wird die Statistik etwas verfälscht.

Zum USTC

Eigentlich müsste ich an dieser Stelle auch regelmäßige Bemerkungen über das Fortschreiten der Arbeiten am Universal Short Title Catalogue an der St. Andrews University in Schottland machen, aber leider habe ich das in den letzten Jahren nicht verfolgt, und deshalb kann ich nicht genau sagen, was im vergangenen Jahr neu hinzugefügt worden ist. (Die sollten dort mal ein richtiges Blog einrichten, also mehr als nur ihre magere „News“-Seite. Immerhin stehen da 14 Namen in der Staff-Liste).

Ich habe den Eindruck, dass im USTC jetzt die aus dem VD16 übernommenen Daten mit Standortangaben, die aus anderen Quellen stammen, ergänzt werden, z. B. mit Signaturen von Drucken aus der British Library in London, aus Oxford UL, aus Cambridge UL und den College-Bibliotheken sowie aus der Russischen Staatsbibliothek in Moskau, vereinzelt auch aus amerikanischen und französischen Bibliotheken. Wenn es im VD16 keine Standortangaben gibt, kann es sich also manchmal lohnen, im USTC nachzusehen.

Darüber hinaus scheint mir, dass etwa 2300 deutsche Drucke betreffende Nummern, nämlich von USTC Nr. 708590 bis 710895, neu eingegeben worden sind und nicht aus dem VD16 stammen (z. T. aus der Straßburger Bibliographie von Muller). Am Schluss dieser Gruppe stehen niederdeutsche Drucke aus der Bibliographie von Borchling/Claussen, aber ohne (oder mit obsoleten) Standortangaben.

Die Drucke von USTC Nr. 240000 bis ca. 243500 stammen aus Polen, können also, was die Druckorte Breslau, Stettin, Danzig, Königsberg und Neisse angeht, auch für die Suche nach deutschen Drucken interessant sein, aber leider sind dort alle Angaben ohne Quellennachweise. Man müsste einmal nachprüfen, ob die Daten aus der polnischen Bibliographie von Estreicher stammen, dann hätte man daraus zumindest die alten Vorkriegs-Quellenangaben.

Ein Nachteil des USTC ist jedenfalls kaum zu beheben: Die Titelaufnahmen sind in vielen Fällen so verkürzt oder ungenau, dass man daran unmöglich entscheiden kann, ob ein bestimmtes Exemplar der einen oder der anderen Ausgabe zuzurechnen ist. Sehr misslich ist auch, dass nicht erkennbar ist, ob eine Datierung oder Zuordnung zu einem Drucker aus der Quelle hervorgeht oder nur vermutet wird. Außerdem wurde das VD16 bisher nur bis zur Nummer ZV 27486 ausgewertet (das wäre etwa der Stand von 2010), es fehlen also die letzten 3800 Eingaben.

Zum Wiki der Drucke des 16. Jahrhunderts
Im Wiki sind 2016 keine weiteren Artikel erschienen, dafür aber einige zusätzliche Konkordanzen. Neu sind die Konkordanzen zu Fritz Brüning, Bibliographie der alchemistischen Literatur (mit ca. 500 VD16-Nummern); die Konkordanzen zu den Leichenpredigtkatalogen aus Darmstadt LB (ca. 100 VD16-Nummern) und aus Gießen UB (ca. 180 VD16-Nummern), sowie die Konkordanz zu der neuen Melanchthon-Bibliographie von Helmut Claus, mit über 3000 VD16-Nummern.

Die ehemalige Liste der VD16-Nummern, die nur einen Hinweis auf die Bibliographie der Bibliotheca Palatina von Stevenson in der Vatikan-Bibliothek enthalten, ist 2016 erweitert worden zu einer Liste der VD16-Nummern ohne Standortangaben, denen ich aber einen Exemplarnachweis habe zuordnen können. Diese Bibliotheksangaben und Signaturen stammen in vielen Fällen aus dem USTC. Bisher enthält die Liste ca. 1100 VD16-Nummern.

Die Liste der Drucke, die im VD16 fehlen, enthält jetzt knappe 1700 Titel.

Die Zugriffszahlen auf die meistbenutzten Seiten im Wiki kann man jetzt in der neuen Rubrik „Statistik“ im „Archiv“ ansehen. Mir ist klar, dass diese nackten Zahlen keine Unterscheidungen von zufälligen Besuchern oder Robotern von Suchmaschinen zulassen. Wie auch immer, die Benutzerzahlen sind jedenfalls gegenüber dem Vorjahr stark ansteigend.

Verstreute Doppelmeldungen im VD16

Hier nur noch einige Doppelmeldungen in Kurzform, die mir in den letzten Monaten bei der Arbeit mit dem VD16 aufgefallen sind. Am Schluss noch einige Fälle, bei denen die Unterschiede so gering sind, dass die Vergabe einer eigenen Nummer eigentlich nicht gerechtfertigt ist, wenn es sich dabei nicht ohnehin um Abschreibfehler handeln sollte.

L 4564 = B 3781 beide ohne Standort, aber gehen wohl beide auf London BL zurück, vgl. USTC 10382; ist schon im Blog erwähnt (am 19.10.2014), damals aber noch ohne Hinweis auf London.

S 3610 (nur Stev Inv) = O 478 (in Berlin), Digitalisat und Microfiche-Ausgabe verglichen, sie sind gleich.

ZV 2430 = V 2454, an Bibl. Palatina Microfiche und Digitalisat überprüft, sind gleich.

ZV 6079 = K 1860 beide in Göttingen: 2 an: 4 h gall un II, 5356

ZV 8395 ALVENSLEBEN Ab 318(1) = H 6063 (5 Standorte, in Wolfenbüttel: Alv Ab 318(1); YK 57.8 Helmst.(2)

ZV 10815 = L 2759, dasselbe Exemplar in Lüneburg Spml 364, einmal unter dem Namen „Loss“, das andere Mal unter „Melanchthon“

ZV 11406 = N 349 beide Lüneburg Th 944 (12) und in Münster 1 E 4501-1,2

ZV 11470 (nur in Göttingen) = N 1099 (nur in Göttingen) beide 5 an: 4 h turc 712

ZV 12736 = P 4656 beide in Lüneburg GDa 136(1)

ZV 13001 (Erfurt UB; Mt 1009 i , unvollst.; Göttingen, Hannover StB, Leipzig UB, Wolfenbüttelf; im Katalog Erfurt/Gotha steht dieses Exemplar nur unter Gotha N 8° 05327 (02)) = ZV 25564 (Erfurt UB 01 – Mt. 8 01009i (01)

ZV 13709 = S 1643 beide nur in Wolfenbüttel, Unterschied in der Titelaufnahme „DEr“ – „Der“, aber beide mit derselben Signatur, deshalb wird es sich um einen Abschreibfehler handeln

ZV 13801 sehr wahrscheinlich = S 2384 (München BSB digital), (beide ganz gleich, aber in der Titelaufnahme von S 2384 wurde vermutlich das zweite Titelblatt in der Mitte des Bandes berücksichtigt, auf dem das Datum „1583“ steht. In ZV 13801 (vorh. nur in Gotha) wurde das vermutlich nicht aufgenommen. Gotha hat aber auch noch 2 Exemplare von S 2384.

ZV 13901 = S 2934 beide in Lüneburg Sa 355(1)

ZV 13947 (nur in Wf: A 74 b. 4 Helmst.; ALVENSLEBEN De 88(2); Bibel-S. 556(2)= S 3073 (u. a. in Wolfenbüttel: A 74b.4 Helmst.; Alv De 88(2); Bibel-S.556(2)

ZV 16095 (nur in Wolfenbüttel 156 Quod 2 (3)) = T 192 (mehrere Standorte, Wolfenbüttel O 24.2 Helmst (3); im Wolfenbütteler HAB-Kat werden beide Exemplare zur gleichen Ausgabe gerechnet

ZV 16161 (Dresden) = ZV 29446 (Erfurt), in Dresden falsch datiert

ZV 16202 (nur in Erfurt, die Signatur „2 an Hp 765“ gibt es im Katalog von Erfurt nicht) = S 6077 (im VD16 16 Standorte, auch Erfurt mit der Signatur 03 – Hp. 8 00756 (03))

ZV 16234 (Dresden) = ZV 24980 (Zwickau)

ZV 16380 nur in Göttingen = B 4882 u. a. auch in Göttingen mit derselben Signatur: 4 BIBL I,195

ZV 16385 nur in Wolfenbüttel: 3 Exemplare ohne das Blatt O 2r mit Errata am Ende, ansonsten = C 1883, 5 Standorte, aber Wien ÖNB digital hat am Ende die Errata-Liste nicht drin, auch das Berliner Exemplar Av 12303 nicht (die andere angegebene Berliner Signatur Cu 1499R ist falsch); ein hinzugefügtes Blatt mit Errata ergibt keine neue Ausgabe.

ZV 16395 (nur in Lüneburg) = D 1634 (digital München, 8 Standorte)

ZV 16429 (nur in Göttingen: 15 in:8 Sva.V,181:[2]Rara) = H 6372 (6 Standorte, auch in Göttingen: 16 in:8 Sva.V,181:[2]Rara); im Göttinger Katalog: 8 SVA V, 181:2 (14) RARA; Stück 14 im Sammelband „Hutteni Opera, Tom. II“

ZV 16447 (nur in Lüneburg) = ZV 10325 (in Halle und Witt EvPrSem)

ZV 16449 (nur in Berlin) = K 567 in Berlin zwei Exemplare, das eine unter „Caesar“ aufgenommen, das andere unter „Mörlin“

ZV 16464 (nur in Berlin, digital) = S 8795, ZV 16464 angeblich von 1588, aber da steht eindeutig 1578; das Digitalisat in Wien hat ebenfalls einen Holzschnitt auf Bl. A4r; als Unterschied bleibt nur das Kolophon auf der Rückseite des letzten Blatts des Exemplars in Berlin.

ZV 16494 = ZV 1062 beide in Göttingen: 13 in: Diss iur.coll max. 203; auch in Leipzig

ZV 16498 = ZV 3894 (in München BSB digitalisiert: da steht „carminis“ und nicht „carmine“; und das ist der einzige Unterschied auf dem Titelblatt)

ZV 16538 = G 3603 (beide Wolfenbüttel 50.32 Jur.(3), Göttingen: 8 Deduct.B 25/a), ZV 16538 ist aber auch in Berlin vorhanden

ZV 16596 = ZV 16883 = ZV 16994 (alle drei nur in Wolfenbüttel 1029 Theol.(4))

ZV 16598 = W 3219 beide in Göttingen gleiche Signatur: 1 an: 8 PLAT REC I,50

ZV 16606 = Z 253 beide in Lüneburg Sa 391(1)

ZV 16666 (Berlin, Jena) „ß“ = ZV 4460 (Freiburg) „sz“

ZV 16695 (Dresden) = ZV 15944 (Göttingen, Wittenberg EvPrSem), vermutlich fehlt in Dresden nur ein kleines Stück vom Titelblatt

ZV 16707 (Jena) = ZV 24979 (Zwickau)

ZV 16740 (Gotha) = M 4226 (Berlin, Wolfenbüttel, digitalisiert)

ZV 16756 (Weimar) = ZV 16757 (Weimar) gleiche Signatur

ZV 16839 (Beitr. Jakob Finzel) = S 9089 (Beitr. Hiob Fincel; digital in Wien, hat dort den Zeilenumbruch vor „Leutenbergk“, ist also in S 9089 falsch abgeschrieben), beide auch in Zwickau, aber mit verschiedenen Signaturen

ZV 16901 (digital) = ZV 1703 (digital), hat aber 16 Bl. am Anfang, während ZV 1703 nur 8 Bl. haben soll, beide sind aber in Wirklichkeit ganz gleich; ZV 16901 ist nur 1. Teil

ZV 16902 = ZV 1703 (2. Teil)

ZV 16921 (nur in Köln) = B 4616

ZV 18428 Halle digitalisiert, in der Titelaufnahme: „Churf#uersten“, statt Churf#[ue]rsten = C 6313 jetzt auch digitalisiert in Berlin, aber noch nicht verfügbar

ZV 18702 (Dresden, Berlin Märkisches Museum)= M 4607 (Halle digitalisiert)

ZV 22360 Originaldruck in Weimar, ohne Titelblatt = S 486 zitiert aus einem Faksimile-Druck

ZV 24780 (Zwickau) = J 163 (Wolfenbüttel)

ZV 24771 in Leipzig UB und Zwickau (mit D = Druckermarke und H = Holzschnitten) = ZV 24011 in Halle (digitalisiert) nur mit D, hat aber auch am Schluss ein Ornamentstück, das in Zwickau wohl als H gewertet wurde; Unterschied in der Datierung liegt wohl nur an der etwas eigenartigen Form der 3 im Datum.

ZV 20138 („Beatiss=mi“?) nur in Wolfenbüttel: (Lpr.Stolb. 5435) = B 2164 in Wolfenbüttel (digital): 125.37 Quod. (10); 312.4 Theol. (12); Alv U 156 (11); möglicherweise ein Abschreibfehler in ZV 20138

ZV 22869 (angeblich doppelter Trennstrich nach „ACA“) Wittenberg, Lutherhalle (SS 3275) =
ZV 22114 (einfacher Trennstrich nach „ACA“) Wittenberg, Lutherhalle (Kn A 387/2707) =
S 5157 digitalisiert, Berlin SB, Gotha FB, Jena UB, Wittenberg EvPS, Wolfenbüttel
Kein Unterschied erkennbar (der in der Titelaufnahme von VD16 S 5157 fehlende Zeilenumbruch „ANNO || 1560“, ist im Digitalisat aber vorhanden, außerdem steht da nicht „VVitebergiae“ mit „i“ und im Digitalisat gibt es auch keine doppelten Trennungsstriche

ZV 28671 = M 2256 im Digitalisat steht „Dreszden“ und nicht „Dreßden“ (Leichenpredigt Lpz St. Nicolai)

 

 

Weiterhin: Minimale Unterschiede, die eigentliche keine gesonderte Aufnahme rechtfertigen, die aber in jedem Fall angemerkt werden sollten, wenn es sich nicht gar um schlichte Abschreibfehler handeln sollte:

ZV 10339 = M 576 Mangolt Fischbuch, beide digitalisiert, minimaler Unterschied: nur eine Seitenzahl auf dem letzten Blatt

ZV 11009 (Gotha) = ZV 22484 (Berlin digital) in ZV 11009: Meißni=||chen; in ZV 22484: Meißni=||schen, möglicherweise in Gotha ein Abschreibfehler

ZV 11754 = N 1806, mit einer Zierleiste auf dem Titel-Blatt in N 1806, jetzt im VD16 in einer verbesserten Titelaufnahme als „TH“ bezeichnet, obwohl Zierleisten normalerweise gar nicht vermerkt werden; beide Drucke in Berlin direkt hintereinander zusammengebunden, beide sind digitalisiert

ZV 13082 (4 Standorte, in Wolfenbüttel: 556.1 Hist und Alvensleben Jg 111 (1), aber im Katalog von Halle gibt es diese Signatur nicht mehr) = R 1111 (Alv Ig 111(1) (minimaler Unterschied: „Vud der Wey=“ anstatt „Vnd der Wey=“)

ZV 15681 („geschehen“, Visch Bibl. D8) = Z 579 („beschehen“, Visch Bibl. D7) beide in Zürich