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Zur Forderung nach einer redaktionellen Überarbeitung des VD16

Klaus Graf hat in Archivalia einen Link auf meinen vorletzten Blogbeitrag gesetzt (wofür ich mich bedanke) und ihn mit „Redaktionelle Überarbeitung des gesamten VD16 gefordert“ überschrieben. Die meisten Besucher werden allerdings von dem Inhalt eher enttäuscht gewesen sein, weil ich da eigentlich nur eine Bemerkung zur Arbeit mit dem VD16 an meine jährliche Statistik des VD16 angehängt hatte und die mit einem lapidaren Satz abgeschlossen hatte, dass die Behebung des beschriebenen Problems Teil einer generellen redaktionellen Überarbeitung sein müsse.

Eigentlich wiederhole ich damit nur eine Forderung, die ich schon mehrmals in diesem Blog vorgebracht habe. Aber so, wie es da steht, mögen es einige Besucher, die dem Link in Archivalia gefolgt sind, etwas dünn gefunden haben, und man kann von ihnen natürlich nicht erwarten, dass sie Nachforschungen zu meinen früheren Bemerkungen in diesem Blog betreiben. Deshalb glaube ich, dass ich meine Forderung nochmal etwas genauer begründen sollte.

Eine redaktionelle Überarbeitung braucht das VD16 nicht allein wegen der fehlenden Einheitssachtitel, die einfach notwendig sind, weil es im online-VD16 nicht mehr den Fettdruck gibt, der einem im gedruckten Grundwerk des VD16 anzeigt, dass an dieser Stelle ein neuer Erstdruck steht und dass alle folgenden Ausgaben zu diesem Text gerechnet werden. Die ZV-Signaturen folgen darüber hinaus ohnehin keiner irgendwie gearteten Ordnung mehr, und man versteht, wenn es Abweichungen im Titel gibt, sehr oft nicht mehr, welche Ausgaben eigentlich zusammengehören. Das ist aber nicht alles.

Es müssen einfach alle 100.000 Einträge noch einmal auf Richtigkeit überprüft werden.

Die Doppelmeldungen müssen eliminiert werden. Ich hatte dazu einmal vor einigen Jahren eine Probe für die tausend Ausgaben von ZV 15000 bis 15999 auf Dubletten gemacht (vgl. Blogbeitrag vom 14. 1.2016) und fand heraus, dass damals schon 86 Datensätze davon den Vermerk „Entfällt, identisch mit …“ hatten und dass diese Anzahl um mindestens 60 weitere Fälle erhöht werden musste, im Ganzen mehr als 14 Prozent. Dazu kam noch eine ganze Reihe von Zweifelsfällen, die sich allein an den Titelaufnahmen nicht klären ließen. Die genannte Prozentzahl gilt sicher nicht für das gesamte VD16, aber die ZV-Nummern bis etwa ZV 25000, also etwa bis zum Jahr 2004, müssten überprüft werden. Danach standen die Titelaufnahmen online zur Verfügung, deshalb werden die Dubletten nach ZV 25000 nicht mehr so viele sein.

Selbst bei den Korrekturen von Doppelaufnahmen gibt es mehrfach Fehler, wenn auf eine falsche Nummer verwiesen wird. ZV 14692 = S 8943 ist erledigt, aber es wird eine falsche Nummer angegeben „S 8043“.

Doppelaufnahmen gibt es auch bei den Namen der beteiligten Personen, für die das VD16 dann zwei verschiedene PND-Nummern bildet. Beispiel: VD 16: B 894: Sebastian Noetenius (PND 120255103) = http://d-nb.info/gnd/120255103 und  ZV 11760 Sebastian Noeten (PND 119775107) = http://d-nb.info/gnd/119775107

Bei vielen Titelaufnahmen fehlen bis heute die Angaben zum Zeilenfall (Beispiele: D 410, E 164 , E 1028 , alle drei in Wolfenbüttel; aber auch aus anderen Bibliotheken: E 4512 Rostock UB), oder es gibt Fehler bei der Abschrift der Titel, was manchmal wiederum zu Doppelaufnahmen führt, vor allem, wenn von den betreffenden Titeln keine Digitalisate vorliegen.

Manchmal ist der Titeltext auch so stark gekürzt, dass man Unterschiede zu anderen, sehr ähnlichen Ausgaben nicht mehr erkennen kann. Beispiel: ZV 15118 und ZV 9437 sind sehr wahrscheinlich ganz gleich, aber bei ZV 9437 (in Budapest) ist einfach zu viel Titeltext weggekürzt worden

Bei der Zusammenstellung der VD16-Nummern aus dem neuen Camerarius-Wiki fielen mir Dutzende von Ausgaben auf, in denen auf dem Titelblatt der Name von Camerarius, manchmal in abgekürzter Form, genannt war, während er im VD16 nicht bei den „beteiligten Personen“ auftauchte, so dass diese Titel bei der Suche nach „Camerarius“ übersehen wurden und im Camerarius-Wiki fehlen. Beispiele: ZV 17593, ZV 16178

Gerade bei den ZV-Signaturen kommt es oft vor, dass enthaltene Titel nicht angeben werden. Das fällt ins Auge, wenn man mehrere Ausgaben desselben Titels zusammenstellt, die mehr oder weniger den gleichen Umfang haben, Beispiele: ZV 10599 und ZV 25388. In beiden fehlt Melanchthon als beteiligte Person, in ZV 25388 erfährt man aber absolut nicht, ob der Melanchthon-Brief enthalten ist oder nicht. Immerhin gibt es da einen Einheitssachtitel. Der hilft aber auch nicht viel, wenn er nur in zwei Ausgaben in Zwickau auftaucht und sonst nirgendwo.

Bei Universitätsdisputationen fehlen in vielen Fällen die Namen der Respondenten. Es hat den Anschein, dass das in den aus Gotha stammenden Titelaufnahmen besonders oft zutrifft. Beispiele: ZV 22011, ZV 10574, ZV 14505, ZV 11909, ZV 16239, ZV 22110 etc.

Oftmals werden die Digitalisate den falschen Ausgaben zugeordnet, ein Fehler, der mir besonders häufig in Wien aufgefallen ist. Beispiel: Das Wiener Digitalisat mit Druckermarke auf dem Titelblatt ist falsch eingeordnet bei B 5053 und müsste eigentlich zu ZV 1979 (in diesem Fall gilt das auch für das Münchner Digitalisat)

Ganz unmöglich für ein so wichtiges Nachschlagewerk wie das VD16 ist der Umstand, dass bei der großangelegten Umbenennung vor allem der Humanisten, die im gedruckten VD16 ihre deutschen Geburtsnamen verpasst bekommen hatten und in der online-Fassung ihren lateinischen oder griechischen Namen wiedererhielten, die Änderung nur im oberen Teil der Titelaufnahmen durchgeführt wurde. Weiter unten werden dann noch einmal alle Beiträger aufgezählt, und dort erscheinen dieselben Personen wieder, aber hier mit ihren deutschen Namen. Offenbar war es in diesem Teil des Datensatzes nicht möglich, die Änderung maschinell durchzuführen. In vielen Fällen kann man bei unbekannteren Personen nur anhand der Vornamen erahnen, wer von den unten genannten demjenigen aus dem oberen Teil des Datensatzes entspricht. Wer das nicht weiß, bekommt den Eindruck, es handle sich um weitere Beiträger.

Auch das kommentarlose Löschen von vielen Nummern aus dem Grundwerk muss wieder rückgängig gemacht werden, und es muss angegeben werden, warum diese Nummern entfallen (vgl. dazu den Blogbeitrag vom 9.10.2017). Es geht nicht an, dass man in der Sekundärliteratur aus den 90er Jahren (und auch noch später) VD16-Nummern findet, die jetzt in der online-Fassung des VD16 einfach nicht mehr existieren. Ein Benutzer, der nicht ahnt, dass es diese Löschaktionen gegeben hat und der möglicherweise keine große Bibliothek in der Nähe hat, die das gedruckte Grundwerk zur Verfügung stellt, muss glauben, dass der Fehler bei seiner Quelle liegt. Und selbst, wenn er im gedruckten VD16 die Nummer findet, erhält er keinerlei Hinweis, wieso die Nummer im online-VD16 verschwunden ist.

Beispiel: Worstbrock, Deutscher Humanismus 1480 – 1520: Verfasserlexikon, Bd. 1 (2008), Sp. 148 V (2): Heinrich Bebel: B 1239 enthalten in B 1228 (Leipzig 1510). Gibt man B 1239 im VD16 ein, müsste man eigentlich zu B 1228 geführt werden, aber man landet bei VD16 B 789: Baurenklag Vber des Bapst Gregorij xiij. Newen Calender von 1584 (weil sich dort am Kopf des Datensatzes sowohl der Buchstabe B als auch die Zahl 1239 befinden). Gibt man B 1228 ein, findet sich dort keine Spur mehr von B 1239.

Der Grund: Der enthaltene Text wird jetzt nicht mehr Bebel, sondern Jakob Locher zugeordnet und gilt außerdem nicht mehr als beigedruckt, so dass Locher ohne den Titel des Textes jetzt nur noch als Beiträger geführt wird. In der früheren Ausgabe von 1505 (ZV 1166) gilt Locher dagegen weiterhin als „weitere Person“, aber sein Text hat keine eigene Nummer mehr.

Die Wiederherstellung der alten Datensätze wird man vermutlich maschinell relativ schnell wieder hinkriegen, nicht aber die notwendigen Erläuterungen, warum die betreffenden Nummern entfallen mussten.

Dies sind alles Beobachtungen, die sich aus meiner Arbeit mit dem VD16 ergeben haben. Aber es handelt sich in den meisten Fällen um Zufallsfunde. Die Lösung kann dagegen nur in einer systematischen Überprüfung liegen. Deshalb nützt der gute Rat, alle gefundenen Fälle an das VD16 zu melden, nicht viel. Denn das habe ich in der Vergangenheit mehrmals gemacht, leider nicht mit sehr großem Erfolg. Eine Reihe von Doppelmeldungen aus Berlin, Wolfenbüttel und Göttingen sind nur deshalb bereinigt worden, weil ich in diesen Fällen die Bibliotheken selbst angeschrieben habe.

Ein bisher unbekannter Autor des 16. Jahrhunderts: Carolus Plumbeolus (Karl Bleichen)

Bei der Durchsicht der Bände des Verfasserlexikons Frühe Neuzeit fiel mir im 5. Band (2016), Sp. 107-111 der Name Plumbeolus auf, den ich bisher noch nie gehört hatte. Das will nicht viel bedeuten, denn obwohl ich seit längerer Zeit im Bereich des 16. Jahrhunderts bibliographische Studien betreibe, finde ich in dem neuen Verfasserlexikon ständig Namen, die mir unbekannt sind.

Über das Leben dieses Theologen, über den offenbar bisher wenig geforscht worden ist, informiert nur eine Leichenpredigt, deren einzig bekanntes Exemplar aber im Zweiten Weltkrieg vernichtet wurde. Glücklicherweise gibt es jedoch eine Inhaltszusammenfassung in einem alten Schulprogramm von 1913. Plumbeolus studierte in Wittenberg und wurde im Schmalckaldischen Krieg in der Schlacht  bei Mühlberg verletzt. In den folgenden Jahren wirkte er als Prediger, wobei er in den theologischen Auseinandersetzungen innerhalb des lutherischen Lagers zu den Anhängern des Anselmus Stigerus gerechnet wird.

Das Werkverzeichnis umfasst immerhin 14 Titel, von denen jedoch keiner im VD16 verzeichnet ist. Die Druckorte und Drucker müssten noch einmal genauer überprüft werden, aber mir scheint, dass diese neuen Quellen auch für Nachträge bei Reske viel Material bieten.

Ein kleiner Hinweis an die Herausgeber: der Name des Artikelautors Wolfgang Pfingstberg wurde in der Liste der beteiligten Mitarbeiter am Beginn des Bandes vergessen.

Zum Stand des VD16 (Dezember 2021) und zu Cinquecentine.de

Ende Dezember 2021 hatte der letzte neu eingegebene Datensatz des VD16 die Nummer ZV 32609, das heißt, es sind im Jahr 2021 nur 138 bisher nicht verzeichnete Ausgaben gemeldet worden.

Wenn man die Gesamtzahl der Exemplarmeldungen an das VD16 betrachtet, dann macht die größte Veränderung die Zusammenlegung der beiden Wittenberger Altbestandsbibliotheken aus, der Lutherhalle mit dem Predigerseminar zur Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek. Beide waren zuvor im VD16 mit etwas mehr als 5000 Ausgaben vertreten, nach der Zusammenlegung sind es noch 9392. Der Schwund ist sicher durch Dubletten zu erklären, also Exemplare, die ein und derselben Ausgabe zugerechnet werden.

Die meisten Exemplare hat im Jahr 2021 die UB Eichstätt (624) eingebracht, davon waren aber nur drei bisher nicht im VD16 verzeichnet. Die SLUB Dresden meldete ca. 470 Titel, von denen kein einziger neu war. Dagegen waren von den ca. 280 Meldungen aus der Ratsschulbibliothek Zwickau etwa 40 Neumeldungen. Die kaum bekannte Kirchenbibliothek Pegau in Sachsen zählt jetzt 461 Titel im VD16.

Andere Bibliotheken (Heidelberg UB, Mainz StB, München UB, Ingolstadt StB) blieben unter 200 Titeln.

Als neue Bibliotheken kamen Glasgow UL und Trnava/Slowakei hinzu, beide mit einer einzelnen Meldung.

Zu Cinquecentine.de

2021 wurden in Cenquecentine.de nur einige weitere Einträge in die Liste „Nicht im VD16“ eingegeben. Die Gesamtzahl der dort aufgeführten Titel beträgt jetzt ca. 2500.

In Arbeit ist ein Verzeichnis der VD16-Nummern der in den sieben Bänden des Verfasserlexikons „Frühe Neuzeit“ enthaltenen Titel des 16. Jahrhunderts. Für die ersten sechs Bände ist mit je ca. 1500 Nummern zu rechnen, zusammen mit dem Nachtragsband wird man am Ende wohl auf knappe 10.000 Titel kommen.

In jedem der bisher bearbeiteten Bände fanden sich um die 100 Titel mit Standortnachweisen, die nicht im VD16 verzeichnet sind. Voraussichtlich werden also ca. 600 bis 700 weitere Titel in die Liste „Nicht im VD16“ übernommen werden.

Zur Arbeit mit dem VD16

Bei meinen Versuchen, den in einigen Fällen recht kurzen Literaturangaben im VL immer die entsprechenden Einträge im VD16 zuzuordnen, ist mir eine Schwierigkeit begegnet, die wahrscheinlich durch fortschreitende „Verbesserungen“ der Titelaufnahmen im VD16 in Zukunft immer größer werden wird. Das Prinzip der diplomatisch getreuen Titelaufnahme führt nämlich immer mehr zum Einsatz von diakritischen Zeichen oder auch zur Verwendung griechischer oder hebräischer Schriftzeichen, die man nicht ohne großen Aufwand mit einer normalen Tastatur nachbilden kann. Vor allem weiß man ja, wenn man einen Titel sucht, nicht im Vornherein, welche besonderen Zeichen dabei verwendet werden. So kommt es, dass man manchmal VD16-Nummern besser im KVK identifizieren kann (wenn die betroffenen Bibliotheken in ihren Katalogen die VD16-Nummer aufgenommen haben) als im VD16 selbst. Es genügt eine Tilde über einem „n“ anstatt eines doppelten „n“, und schon findet man den gesuchten Titel im VD16 nicht mehr, wenn es keine anderen erfolgversprechenden Suchkriterien gibt. Zumindest wird die Suche sehr erschwert. Dasselbe gilt für griechische Titel, wenn es darin keine zusätzlichen Textabschnitte auf Latein gibt.

In all diesen Fällen müssten Einheitssachtitel gebildet werden. Diese fehlen im VD16 ohnehin oftmals, wenn die Verfasser nicht bekannt sind, besonders bei den ZV-Signaturen. Oder Einheitssachtitel werden vergeben, ohne zu prüfen, ob sie bei anderen Ausgaben desselben Textes nicht vielleicht schon existieren. Das alles, das Überprüfen von 100.000 Titeln und die notwendigen Korrekturen, kann eine einzelne Person gar nicht bewältigen. Was gebraucht wird, ist eine redaktionelle Überarbeitung des gesamten VD16.

Nachtrag (21-02-2022)

Einige Erläuterungen zu der Forderung nach einer redaktionellen Überarbeitung des VD16 finden sich in dem Blogeintrag vom 9-2-2022

Zum Stand des VD16 (Dezember 2020) und zu Cinquecentine.de

VD16

Das VD16 ist Ende 2020 bei der Nummer ZV 32471 angekommen. Das bedeutet, dass es in diesem Jahr nur 189 Neuzugänge gab, einen so geringen Zuwachs wie noch nie. Natürlich wird der Corona-Lockdown dafür zum größten Teil verantwortlich sein, aber die negative Tendenz der letzten Jahre wird dadurch bestärkt.

Es war richtig, im letzten Jahr zum Jahresende 2019 an dieser Stelle keine Daten zum VD16 anzugeben, denn bei vielen Bibliotheken sind die Zahlen danach wieder auf den Stand von Ende 2018 zurückgesetzt worden. Die Gründe dafür sind mir nicht klar. Die Vergleichszahlen zum aktuellen Meldestand der Bibliotheken an das VD16 sind also die vom Dezember 2018.

Die meisten Meldungen kamen in den letzten 2 Jahren von SLUB Dresden (1223), von der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda (1136), Heidelberg UB (602) und der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt (575). Weiterhin erwähnenswert sind die Johannes-a-Lasco-Bibliothek in Emden (462), die Stadtbibliothek Mainz (361), die Landesbibliothek Dessau-Roßlau (323), München UB (271) und die Diözesanbibliothek Salzburg (248). Außerdem Amsterdam Vrije Univ. (190), Frankfurt/M UB (189), Stuttgart WLB (160), Coburg LB (135), die Nikolaus-Matz-Bibliothek Michelstadt (104) und Wien ÖNB (100).

Neu hinzugekommene Bibliotheken sind:

vd322 London Welcome Library (1)

Nr. vd323 wurde offenbar nicht vergeben

vd324 Regensburg Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg (4)

vd325 Diözesanbibliothek Vac (Ungarn) (7)

vd326 Ingolstadt Wissenschaftliche Stadtbibliothek (1)

vd327 Pegau Kirchenbibliothek (13)

Ein bisschen verspätet gab es zum 50jährigen Bestehen des Projekts auch noch einen kurzen resümierenden Artikel im Bibliotheksmagazin.

Ulrike Bayer: 1969 / 2019 / auffs new gebessert/. 50 Jahre nationalbibliographische Erfassung der Drucke des 16. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. Ein Einblick in die VD16-Arbeitsstelle. In: Bibliotheksmagazin 2/2020, S. 65-68.

Zwei kurze Bemerkung dazu. Die erste betrifft die dort angegebene Zahl von 352 beitragenden Bibliotheken (S. 66, Sp. 1). Wie diese Zahl zustande kommt, ist nicht klar. Die zuletzt hinzugekommene beitragende Bibliothek trägt die Kennnummer vd327, außerdem gibt es 20 bayerische Bibliotheken mit besonderen Siglen (jedenfalls soweit sie in der Sigel-Liste des VD16 verzeichnet sind). Jedoch sind von den normalen Siglen zwei Nummern nicht belegt (vd315 und vd323), außerdem hat die Houghton-Bibliothek in Cambridge/Mass. zwei verschiedene Nummern bekommen (vd271 und vd285). Weitere 14 Bibliotheken haben 0 Meldungen. Es bleiben also 330, von denen es Meldungen gibt. Darüber hinaus muss man sich wohl fragen, ob die ca. 60 Bibliotheken, die zum Teil seit 30 Jahren nur einen einzigen Titel gemeldet haben, wirklich als beitragende Teilnehmer an dem Projekt angesehen werden sollten.

Die zweite Bemerkung: Es wird in dem Artikel darauf hingewiesen, dass alle Meldungen von bisher nicht verzeichneten Ausgaben auf Dubletten in der Datenbank überprüft werden, dass aber letztlich die Verantwortung für die einzelnen Meldungen bei den Bibliotheken liegt (S. 68, Sp. 1).

Soweit ist die Sache klar: Mit den Dubletten von VD16-Nummern, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe, muss ich mich an die jeweiligen Bibliotheken wenden. Aber was ist mit den Doppelmeldungen, die auf bibliographischen Angaben aus der Sekundärliteratur beruhen? Die Korrektur dieser Doppelmeldungen, von denen ich das VD16 zum großen Teil schon vor Jahren informiert habe, kann nur die VD16-Arbeitsstelle selbst durchführen.

L 5222 = ZV 9985 (beide BC 2442B)

ZV 3751 Lucas von Cöllen = ZV 9095 Lukas von Köln, (beide BC 2213)

ZV 15119 = ZV 11955 (beide Benz.Lupus 30)

ZV 14872 = ZV 29227 (beide Claus Luth. 3657 [a])

ZV 15412 = S 3654 (beide Heitz Berg. 54)

ZV 14454 = ZV 29700 (beide Benz.Strasb. 1692)

ZV 9999 (Kay 437, Nachweis dort: BC 2236) = ZV 9998 (BC 2236)

ZV 9984 = K 157 (beide Kay 113)

B 8088 (Lüthi Einf.,Taf.10) = C 1563 (Lüthi Taf.X)

ZV 5291 = ZV 5461 (beide Well.Zeit. 195)

ZV 16516 = ZV 28141; beide dasselbe in München BSB verlorene Exemplar P.o.germ. 1685(10

ZV 15306 (Schan.Lied. 10 a) = ZV 28193 (RSM I,301, auch hier ist Schanze der Verfasser des Referenzwerks)

ZV 4522 (Schan.Lied. 10 b) = ZV 28147 (RSM I, 128b)

L 4564 (Benz.Luth.2266)  = B 3781 (Cat.BM 17,Sp.1142)

Zu Cinquecentine.de

Die Seite Cinquecentine.de hat im Jahr 2020 vor allem zusätzliche Konkordanzen bekommen.

Die größte und wichtigste davon ist die zum Humanismus-Verfasserlexikon.

Franz Josef Worstbrock (Hg.): Deutscher Humanismus 1480–1520. Verfasserlexikon, Bde. 1–3. Berlin 2008–2015

Dieses Verzeichnis enthält mehr als 5900 VD16-Nummern und stellt ebenso wie das Verfasserlexikon des Mittelalters eines der drei Basis-Referenzwerke für das geplante Nachschlagewerk zum VD16 dar. Das dritte wäre dann das Verfasserlexikon Frühe Neuzeit (1520-1620), die Arbeit daran wird aber viele Monate in Anspruch nehmen.

Als Ergänzung zum Register der Druckausgaben in Worstbrocks Verfasserlexikon zum deutschen Humanimus wurde dann ein Verzeichnis der VD16-Nummern erstellt, die in Herbert Jaumanns Handbuch Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit (Berlin 2004) enthalten sind. Darin werden biographische Hinweise zu vielen ausländischen Gelehrten geboten, deren Werke im 16. Jahrhundert auch in Deutschland gedruckt wurden.

Außerdem wurde die Zahl der VD16-Nummern in der schon seit 2012 bestehenden Konkordanz zum Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur (Bände 1 und 2) von 580 auf 1955 Nummern erweitert.

Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur, hrsg. von Theodor Brüggemann in Zusammenarbeit mit Otto Brunken. Band 1 und 2, Stuttgart 1987 und 1992.

Eine weitere, etwas kleinere Konkordanz gibt es seit März 2020 zu den Drucken des 16. Jahrhunderts in dem Werk von Frank Hieronymus über das Verlagshaus Petri-Schwabe in Basel. Die Entstehung vieler dieser Ausgaben wird von Hieronymus ausführlich kommentiert.

Frank Hieronymus: 1488 Petri – Schwabe 1988. Eine traditionsreiche Basler Offizin im Spiegel ihrer frühen Drucke. Basel 1997, 2 Bände

Schließlich gibt es auch noch ein neues Verzeichnis der VD16-Nummern aus dem neuen Camerarius-Wiki, das an der Universität Würzburg erarbeitet wurde.

Zu diesem Projekt einige kurze Bemerkungen:

Die zurzeit vorliegende Fassung des Online-Werks wurde im Dezember 2019 freigeschaltet. Seitdem hat sich an diesem Wiki aber nichts mehr getan. Vermutlich fehlt die Anschlussfinanzierung. Eine Fortführung wird mit Sicherheit in Planung sein, denn sonst hätte die Präsentationsform als Wiki keinen Sinn. Die Einführungsseite erklärt zwar eine größtmögliche Vollständigkeit der Nachweise von Werken Camerarius‘ zum Ziel des Projekts, gibt aber keinerlei Hinweis auf den Stand der weiteren Planungen.

Ein Aspekt, von ich mir beim Lesen der Einführung besonders viel versprochen hatte, war die Aufforderung an die wissenschaftliche Community, Korrekturen und weiterführende Hinweise an das Projekt zu melden. Ich habe daraufhin Hinweise auf einige zusätzliche Ausgaben von Drucken geliefert, die Werke von Camerarius enthalten (für die mir per Mail auch gedankt wurde), aber bisher wurden davon nur einige zusätzliche VD16-Nummern aufgenommen. Möglicherweise ging es anderen Hinweisgebern genauso wie mir. Große Lücken hat das Camerarius-Wiki bei den nicht-deutschen Drucken, vor allen bei den französischen.

Die zusätzlichen VD16-Nummern, die ich an das Projekt gemeldet habe, zeigen aber außerdem auch noch ein Problem des VD16 auf. Die ersten zusätzlichen Titel, die ich gefunden habe, waren Zufallsfunde. Aber dann fiel mir auf, dass bei einigen Drucken tatsächlich Camerarius nicht als Mitverfasser oder als Beiträger im VD16 auftaucht, obwohl er ausdrücklich auf den Titelblättern der bestreffenden Ausgaben vermerkt ist. Das bedeutet nichts weniger, als dass man sich bei der bibliographischen Suche nach Werken des 16. Jahrhunderts eines bestimmten Autors auf die Vollständigkeit der Angaben im VD16 nicht verlassen kann.

Das ist eine schwerwiegende Feststellung. Denn Camerarius gehörte zu den prominenten Gelehrten des 16. Jahrhunderts. Die Angabe seines Namens auf dem Titel eines Druckes war sicher verkaufsfördernd. Wenn aber das VD16 schon bei der Suche nach diesem Autor nicht alles Vorhandene vollständig erschließt, wie wird es erst bei weniger wichtigen Namen aussehen, die möglicherweise noch nicht einmal im Titel erwähnt werden?

Die Mitarbeiter des Camerarius-Projekts haben sich jedenfalls offenbar auf die Vollständigkeit der Auswertungen im VD16 verlassen, und so sind ihnen einige Titel entgangen. Sie hätten in die Suchmaske unter Titel: „Camer*“ mit Trunkierung, als Konnektor „und nicht“ sowie unter Autor:  „Camerarius“ eingeben müssen. Dadurch wäre eine ganze Reihe von zusätzlichen Titeln zum Vorschein gekommen, nämlich die, beiden denen der Name von Camerarius (möglicherweise abgekürzt) auf dem Titelblatt genannt wird, vom VD16 aber nicht als beteiligte Person vermerkt wurde.

VD16-Nummern zu den bei Herbert Jaumann „Handbuch Gelehrtenkultur“ vermerkten Drucken des 16. Jahrhunderts

Nach dem Register der VD16-Nummern im Verfasserlexikon „Deutscher Humanismus“ liegt jetzt auch das entsprechende Verzeichnis zu Jaumanns „Handbuch Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit“ von 2004 vor.

https://cinquecentine.de/index.php?title=Jaumann,_Handbuch_Gelehrtenkultur_2004

Für diejenigen, die bisher noch keinen meiner früheren Blogbeiträge gelesen haben und auch nicht die Datenbank „Cinquecentine.de“ kennen, eine kurze Erklärung, zu dem Endzweck dieser Verzeichnisse (bisher 31 Dateien):

Wenn man von vielen Nachschlagewerken, in denen es um Drucke des 16. Jahrhunderts geht, Verzeichnisse anlegt, die nach VD16-Nummern geordnet sind, und diese Verzeichnisse am Ende zusammenführt, dann entsteht eine Art nach VD16-Nummern geordneter Nachschlagewerke-Verbund, in dem man (im Idealfall) zu jedem Druck des 16. Jahrhunderts aus dem deutschen Sprachbereich zusätzliche Informationen bekommt, die im VD16 nicht enthalten sind. Besonders ergiebig kann dies vor allem in Bezug auf Drucke von Autoren sein, die wenig erforscht sind.

Die beiden zuletzt ausgewerteten Werke, das Verfasserlexikon Deutscher Humanismus und Jaumanns Handbuch, ergänzen sich gut. Natürlich nicht in Bezug auf die deutschen Humanisten (und Gegner der Humanisten) von 1480 bis etwa 1520, denn Worstbrocks Verfasserlexikon beschränkt sich auf eben diese Zeit und wurde zudem von einer großen Anzahl von Fachgelehrten zusammengestellt, während Jaumann ganz allein einen viel größeren Zeitraum bearbeitet hat, der bis ins 18. Jahrhundert hineinreicht. Aber Jaumann präsentiert in seinen meist sehr kurzen biographischen Artikeln eine große Anzahl von italienischen, französischen und englischen Gelehrten, deren Werke im 16. Jahrhundert auch in Deutschland gedruckt wurden, vor allem in Basel und in Köln, und die im Humanismus-Verfasserlexikon, wenn überhaupt, nur en passant erwähnt werden.

Leider hat Jaumann das VD16 überhaupt nicht benutzt, im Verzeichnis der abgekürzt zitierten Literatur taucht es nicht auf. Das bedeutete für das erstellte Verzeichnis, dass jede einzelne der etwa 2300 Nummern im VD16 herausgesucht werden musste. Zum Glück ist die Mehrzahl der Literaturangaben präzise genug, um den größten Teil der von Jaumann angeführten Titel identifizieren zu können. Es ist bei der großen Anzahl von Nachweisen erstaunlich, wie wenige eindeutige Fehler unterlaufen sind (soweit sie mir aufgefallen sind, natürlich), wenn man sich vor Augen hält, dass die Quellenhinweise aus dem 16. Jahrhundert vermutlich weniger als die Hälfte des gesamten angezeigten historischen Schrifttums darstellen.

Ein Artikel zu Otmar Nachtgal fehlt, es gibt nur einen Verweis auf „Luscinius“, dort aber keinen Artikel.

Sehr wahrscheinlich nicht Jaumann, sondern wohl eher einem Korrekturleser des Verlags sind solche Fehler zuzuschreiben wie ein angeblich 1433 in Mailand gedrucktes Buch, und ein weiteres von 1449 von Lorenzo Valla (S. 673) und ein Druck aus Hannover (anstatt Hanau) von 1593 (S. 103 im Artikel zu Bilstein). Weitere Fehler, die aus dem Vergleich mit dem VD16 ersichtlich sind, sind in der Liste vermerkt.

Wenn das VD16 eine bei Jaumann verzeichnete Ausgabe nicht enthält, wird, wenn möglich, in der erstellten Liste eine spätere (manchmal auch eine frühere) Ausgabe im VD16 herangezogen. Das gilt besonders bei Inkunabelangaben bei Jaumann und bei nicht-deutschen Druckorten. Insofern bietet das Verzeichnis mehr, als bei Jaumann eigentlich vorgegeben ist. Ein solches Vorgehen ist möglich, weil Jaumann in seinen kurzen Artikeln hauptsächlich biographische Informationen bietet und sich nur selten zu bestimmten Ausgaben äußert.

Spätere Ausgaben aus dem VD16 nur aufgrund des gleichartigen Titels anzugeben, ohne den Inhalt der betreffenden Bücher zu kennen, ist nur bei den alphabetischen VD16-Nummern aus dem gedruckten Grundwerk ohne Risiko (weil im gedruckten VD16 die verschiedenen Ausgaben eines Titels in chronologischer Reihenfolge zusammenstehen), oder wenn das VD16 bei ZV-Signaturen Einheitssachtitel bietet. In den anderen Fällen sind Fehler nicht immer ganz auszuschließen, das sei nebenbei angemerkt.

Die Liste enthält etwas mehr als 2000 Titel, die bei Jaumann nachgewiesen sind. Die Zahl der VD16-Nummern liegt etwas höher, weil in den Fällen, in denen im selben Jahr mehrere verschiedene Ausgaben desselben Titels herausgekommen sind, alle das Jahr betreffenden VD16-Nummern aufgezählt werden.

VD16-Nummern im Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur (Konkordanz)

Nachdem der Covid-19-Lockdown meine Arbeit an dem VD16-Nummern-Verzeichnis für das Verfasserlexikon „Deutscher Humanismus“ unterbrochen hat und ich bis jetzt noch nicht wieder an die Bücher herangekommen bin, habe ich als Ersatz mein schon seit längerer Zeit immer wieder aufgeschobenes Vorhaben hervorgeholt, das bereits existierende Verzeichnis der VD16-Nummern für das Handbuch zur Kinder-und Jugendliteratur zu vervollständigen.

Glücklicherweise hatte ich kurz zuvor durch Zufall herausgefunden, dass die bibliographischen Teile des Handbuchs online zugänglich sind, so dass ich dafür auf die gedruckte Fassung nicht angewiesen war.

HKJL Bd. 1; HKJL Bd. 2 (jeweils unter „Back Matter“)

Die frühere Version hatte ich schon 2012 erstellt und im damaligem „Wiki der Drucke des 16. Jahrhunderts“ veröffentlicht. Sie umfasste für den ersten Band 397 von insgesamt 466 Nummern, also ohne Inkunabeln oder ausländische Drucke, und für den zweiten Band 180 von insgesamt 1036 Nummern (von denen natürlich die meisten das 17. und frühe 18. Jahrhundert betreffen). Die damals erstellte Konkordanzliste der Drucke des 16. Jahrhunderts enthielt also insgesamt ca. 580 Nummern, jetzt dagegen mit den Ergänzungen umfasst sie insgesamt 1955 Nummern.

Cinquecentine.de: Konkordanz zum HKJL

Das gesamte Projekt des HKJL, das in sieben Bänden die Zeit von den Anfängen des Buchdrucks bis zum Jahr 1950 überspannen soll, läuft nun bereits seit mehreren Jahrzehnten. Nachdem zuerst 1982 der dritte Band (1750-1800) erschienen war, kam der erste Band 1987 (über die Zeit von 1461 bis 1570) heraus, der zweite 1992 (für die Zeit von 1570 bis 1750). Beide Teilbände wurden von Theodor Brüggemann und Otto Brunken herausgegeben. Der siebte Teilband (1900-1950) steht noch aus.

Eine Rezension der IfB von 1995 für die ersten drei Bände liegt online vor.

Zur Kinder- und Jugendliteratur wird von den Herausgebern alles gerechnet, was sich implizit oder ausdrücklich – meist in den Titelformulierungen oder in den Vorworten – an Kinder und junge Leute richtet, umfasst also auch Ratgeber zur Brautwahl, antike Literatur, die als Schullektüre eingesetzt wurde, Briefsteller, Rhetoriklehrbücher, Katechismen und Gebetbücher, Lieder, Musiklehrbücher, Figurenbände und Theaterstücke. Zu einem großen Teil handelt es sich also bei den für das Handbuch zusammengetragenen Drucken (zumindest für die hier zur Rede stehenden Zeitspanne von 1500-1600) nicht eigentlich um Kinderliteratur, sondern um Bildungsgut, das auch für junge Leute als nützlich erachtet wurde.

Die beiden ersten Teilbände sind nach demselben Konzept aufgebaut. In einem ersten („historischen“) Teil wird jeweils die Kinder- und Jugendliteratur der behandelten Epoche in verschiedene Themenbereiche gegliedert, innerhalb deren mehrere ausgewählte und chronologisch geordnete Titel in ausführlichen Artikeln vorgestellt werden.

Von diesen zwischen 6 und 37 Spalten umfassenden Artikeln gibt es im „historischen Teil“ des ersten Bandes 41, im zweiten Band 55 Artikel, von den letzteren aber nur 10 aus der Zeit von 1570 bis 1600. Viel Wert wird darin auf die Bestimmung der jeweils anvisierten Adressaten und auf die soziale Verortung gelegt. Zu einem großen Teil der behandelten Texte gibt es sonst kaum weitere Forschungsliteratur, die über die Erwähnung der Titel und der Autoren hinausgeht. Die Liste der herangezogenen Forschungsliteratur am Ende umfasst dennoch im ersten Band 2758 und im zweiten Band 3911 Titel.

Im zweiten („bibliographischen“) Teil der beiden Bände wird eine kommentierte Bibliographie der Kinder- und Jugendliteratur vorgelegt. Angehängt ist in beiden Bänden eine geringe Zahl von Einblattdrucken, die nicht nur mit Kommentaren versehen, sondern auch abgedruckt sind.

Eine bestimmte Ausgabe von jedem Titel, nicht unbedingt die Erstausgabe, erhält die Bibliographie-Nummer, und der Titeltext dieser Ausgabe wird, nach den vorangestellten Lebensdaten der jeweiligen Autoren, diplomatisch genau kopiert. Die betreffende Ausgabe des Werks wird bibliographisch beschrieben, und in den meisten Fällen wird der Inhalt in einem kurzen Artikel zusammengefasst. Bei Romanen und Schauspieltexten wird die Handlung kurz wiedergegeben. Bei einigen wenigen Titeln dagegen findet man nur eine Auflistung weiterer Werke des Autors. Am Ende der Einträge, die sehr unterschiedlich lang sein können, werden weitere Ausgaben des gleichen Werks zusammengetragen, zum Teil mit Standorten und Bibliothekssignaturen.

In einigen Fällen ist aber von dem beschriebenen Vorgehen abgewichen worden. So werden im zweiten Band 24 Ausgaben des Amadis-Romans (mit den Nummern 30.1 bis 30.24) bibliographisch genau beschrieben, und bei der Werken von Nikodemus Frischlin werden alle Übersetzungen neben der lateinischen Originalausgabe des Rebecca-Dramas gesondert aufgeführt (Nr. 302-306). Für verschiedene Bearbeitungen des Magelona-Stoffes gibt es im ersten Band sieben verschiedene Nummern (Nr. 223-229), für den Ritter-Pontus-Roman vier Nummern (Nr. 274-277) und von Luthers Kleinem Katechismus werden fünf Ausgaben gesondert aufgeführt (Nr. 297-301), ebenso für Dedekinds „Grobianus“ in verschiedenen Versionen und Übersetzungen (Nr. 124-128).

Dass den Werken des Erasmus von Rotterdam im ersten Band viel Raum gewidmet sein würde (Nr. 138-171), war zu erwarten, aber zwei Titel sind dabei besonders hervorgehoben. Für „De civilitate morum puerilium“ gibt es neun Nummern zu den verschiedenen lateinischen Versionen und Übersetzungen ins Deutsche. Die niederdeutsche Übersetzung „Dat Staedt Boich“ (Köln 1532, Nr. 149) gibt es, nebenbei gesagt, offenbar nur noch in einem Exemplar (in der Sammlung Erich Strobach), das im VD16 und im KVK aber nicht auftaucht.
Der zweite Titel sind die „Colloquia familiaria“. In diesem Fall werden im ersten Band des Handbuchs alle elf Ausgaben von 1518 bis 1533 mit gesonderten Kommentaren versehen, in denen darstellt wird, welche Gespräche Erasmus diesem Werk im Laufe der Jahre hinzugefügte, bis es seine endgültige Fassung erreicht hatte (Nr. 150-160). Die Liste der Ausgaben der Colloquia wird dann übrigens im zweiten Band für das 17. Jahrhundert noch weitergeführt (Nr. 240-242). Mehr Einzeleinträge als für Erasmus gibt es in den ersten beiden Bänden nur für Christian Weise (Nr. 953 – 989), was aber schon weit außerhalb des Zeitraums liegt, der für das VD16 relevant ist.

Auf jeden Fall sind die ersten beiden Bände des Handbuchs eine Fundgrube nicht nur für Forschende im Bereich der Geschichte der Pädagogik, sondern für alle, die an der Literatur des 16. (und des 17.) Jahrhunderts interessiert sind, denn es geht darin nicht nur um Literatur für Kinder.

Das Manko, dass die zahlreichen Register gerade den bibliographischen Teil, für den sie besonders nützlich wären, nicht abdecken, wurde schon in der oben verlinkten Rezension bemängelt. Da jedoch die bibliographischen Teile des Handbuchs als PDF-Dokumente im Internet zugänglich sind, kann man sich für diese mit der Volltextsuche behelfen.

Meine erste Konkordanz zu dem Handbuch, die ich 2012 erstellt habe, enthielt nur die Nummern der bibliographisch beschriebenen Ausgaben, nicht die weiteren vom Ende der jeweiligen Einträge. 1987, als der erste Band des Gesamtwerks herauskam, lagen vom VD16 lediglich die ersten Bände vor, die VD16-Nummern waren daher nur bis zum Buchstaben C aufgeführt, die übrigen etwa 370 Nummern musste ich selbst ermitteln. Ebenso im zweiten Band, denn auch 1992, als dieser erschien, war das VD16 noch nicht komplett, die ZV-Signaturen existierten noch gar nicht. Im zweiten Band wurden die VD16-Nummern nur bis zum Buchstaben L, aber auch nur lückenhaft, angezeigt.

Jetzt habe ich zusätzlich die VD16-Nummern des größten Teils der am Ende der Einträge aufgelisteten weiteren Ausgaben herausgesucht. Aufgenommen habe ich dabei nur Ausgaben, denen sicher eine VD16-Nummer zugeordnet werden konnte. Außerdem erscheinen jetzt in der Konkordanz auch Nummern des Handbuchs, bei denen es sich um Werke der Inkunabelzeit handelt, von denen aber auch spätere Ausgaben des 16. Jahrhunderts existieren. Auf die eventuell dazugehörigen ausführlichen Artikel in den „historischen Teilen“ des Handbuchs wird in der Konkordanz verwiesen. Diese stehen online allerdings nicht zur Verfügung.

Der Zuwachs an anklickbaren VD16-Nummern von ca. 580 auf 1955 ist beträchtlich und mit den online zugänglichen „bibliographischen Teilen“ des Handbuchs ist man nun auch nicht mehr auf die gedruckte Fassung angewiesen. Vorgesehen sind zukünftig auch noch Verweise auf andere Nachschlagewerke, von denen ich schon Konkordanzen erstellt und veröffentlicht habe.

Das Verfasserlexikon „Deutscher Humanismus“ muss derweil warten, bis eine Lösung für die Nutzung des Präsenz-Bestandes der Mailänder Universitätsbibliothek gefunden ist.

Deutscher Humanismus 1480 – 1520. Verfasserlexikon. Errata-Liste und Liste der fehlenden VD16-Nummern

Teil I. Errata-Liste
Teil II. Liste der fehlenden VD16-Nummern

Teil I.

Deutscher Humanismus 1480 – 1520. Verfasserlexikon. Hrsg. von Franz Josef Worstbrock. Berlin [u.a.]: de Gruyter, 2005-2015.

Das dreibändige, von 2005 (1. Lieferung des 1. Bandes) bis 2015 erschienene Werk ist von mehreren Seiten rezensiert worden, und alle sind sich einig, dass es sich dabei um einen Meilenstein in der Humanismus-Forschung handelt. Dem kann man in aller notwendigen Bescheidenheit nur beipflichten.

Kritik gibt es im Wesentlichen nur an Entscheidungen, die vermutlich nicht dem Herausgeber anzulasten sind. Klaus Graf bemängelt z. B., dass es im dritten Band mit den Registern weder ein Orts- noch Handschriften- und Druckregister gibt.

Ich plane zu diesem Werk im Rahmen meiner Sammlung von Konkordanzen in Cinquecentine.de ein Verzeichnis der VD16-Nummern, womit ein großer Teil des nicht existierenden Druckschriftenregisters abgedeckt wäre. GW- oder VD17-Nummern bleiben dabei allerdings unberücksichtigt, von weiteren Nachweisen aus anderen Druckschriften-Bibliographien des 16. Jahrhunderts werde ich nur die Nummern der Bibliotheca Belgica (aus dem Artikel über Erasmus) mit dem VD16 abgleichen.

Bei der Durchsicht aller VD16-Nummern sind nun allerdings nicht nur einige Druckfehler zu vermelden, die den Kastigatoren entgangen sind. Vor allem scheinen viele der Korrekturen in der online-Version des VD16 nicht zur Kenntnis genommen worden zu sein. An einer CD-ROM des VD16 von etwa 2004 lässt sich ablesen, dass die meisten dieser Korrekturen schon vor dem Erscheinen der ersten Lieferung des ersten Bandes des Verfasserlexikons vorhanden waren. Offenbar haben viele der Artikel-Verfasser immer noch hauptsächlich mit der gedruckten Version des VD16 gearbeitet, obwohl die online-Version damals schon zur Verfügung stand.

Auffällig ist zudem, dass der Herausgeber offenbar keine Richtlinie vorgegeben hat, was die Präsentation der Nummern belangt, und so trifft man auf eine Vielfalt von Variationen. Man hätte z. B. festlegen können, dass dann, wenn eine Ausgabe mit einer VD16-Nummer identifiziert ist, die ausführliche Abschrift des Titels nicht mehr notwendig ist. Das hätte Raum und Arbeitsaufwand erspart, und vielleicht wäre dann auch noch Platz für ein Handschriften- und Druckeverzeichnis gewesen.

Vor allem existierte offenbar keine Vorgabe, wie die Nummern von Texten, die in umfassenden Druckschriften enthalten sind, zu behandeln seien. Keiner der Autoren hat sich an die Zitierregel gehalten, die im Bd. 22 (1996) des VD16, dem letzten Band der Abteilung I, in der Einleitung vorgeschlagen wird; Beispiel: „VD16 B 8781 (beigedruckt zu: E 1211)“.

Viele setzen beide Nummern, die des umfassenden und die des enthaltenen Werkes, einfach hintereinander, ohne anzugeben, ob die voranstehende Nummer in der folgenden enthalten ist oder umgekehrt, und ohne sie von den nachfolgenden Nummernpaarungen abzugrenzen. Andere Autoren geben nur das umfassende Werk an, wieder andere nur die Nummern der enthaltenen Werke, einige benutzen Klammern für die enthaltenen Werke, andere Gleichheitszeichen.

Die Verbindung von zwei Nummern mit einem „und“ kann bei einigen Autoren bedeuten, dass die beiden betreffenden Druckausgaben ähnlich sind oder dass sie identisch sind (dass also im VD16 ein Fehler vorliegt, ohne dies anzumerken) oder dass die eine Nummer in der anderen enthalten ist. Das „und“ kann aber auch einfach eine Aufzählungsreihe von Nummern abschließen (also gar keine besondere Bedeutung haben).

Ein besonders rätselhaftes Beispiel findet sich in Bd. 1, Sp. 965, Artikel Gresemund

„P 4159 – 4169 bzw. P 4935 – 4944; s. auch F 1641 – 1654“.

Das soll dann im Einzelnen bedeuten: F 1641, darin enthalten: P 4160 und P 4936, usw. bis F 1651, darin: P 4170 (!) und P 4944.
Die Drucke P 4935, P 4159 und P 4169 sind allerdings einzeln erschienen, und F 1652, 1653 und 1654 sind von einem anderen Autor und haben nichts mehr mit den vorhergehenden Titeln zu tun.

Man mag einwenden, dass diese kleinen Probleme sich alle lösen, sobald man die betreffenden Nummern ins online-VD16 eingibt, weil sie dann alle zu der jeweils zugrundeliegenden Druckausgabe hinführen. Das stimmt, aber bei der großen Anzahl von Auflagen-Nummern, die bei manchen Werken aufgezählt werden, ist es keine große Hilfe, von den Benutzern zu verlangen, dass sie jede einzelne Nummer noch einmal am VD16 nachprüfen. Dem Benutzer diese Arbeit abzunehmen, wäre genau die Aufgabe eines Nachschlagewerks.

Hier eine Ergänzung zu den Corrigenda in Band 3. Ich habe die Spaltenangaben mit Absatz-Nummern oder -Buchstaben ergänzt, soweit sie in derselben Spalte vorhanden sind. Wenn sie in der vorhergehenden Spalte stehen, habe ich ein „zu“ davorgesetzt. Nur wenn die VD16-Nummern im Fließtext auftauchen, habe ich die entsprechende Zeile angegeben.

Bd. 1, Sp. 17 (Nr. 12): H 4767 = A 1133 (A 1133 im VD16 getilgt, auf der CD-Rom von 2004 wird bei Eingabe von „A 1133“ automatisch auf H 4767 umgeleitet. Aber offenbar funktioniert das nur in diesem einen Fall.)

Bd. 1, Sp. 52 (Nr. 1.b): A 3753 entfällt, kein deutscher Druck (war im VD16 schon 2004 vermerkt)

Bd. 1, Sp. 53 (f): A 3719 (nicht „A 3702“)

Bd. 1, Sp. 113: Julius exclusus „o.O., Dr., 1513“, in Bd. 1, Sp. 729 dagegen wird der erste bekannte Druck auf 1517 datiert (VD16 L 1511).

Bd. 1, Sp. 147 (Nr. III.8): B 1180 darin B 1171 (nicht „B 1176“)

Bd. 1, Sp. 148 (Nr. V.2): B 1239 existiert nicht mehr (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten), wurde im gedruckten Grundwerk als letzter Teil von B 1228 geführt

Bd. 1, Sp. 148 (Nr. VIII.13): Nummer 13 enthält zwei verschiedene Drucke: VD16 H 1992 und H 1994

Bd. 1, Sp. 148 (Nr. VIII.33): Nummer 33 doppelt vergeben, Leipzig 1514 und Nürnberg 1514

Bd. 1, Sp. 215: ZV 15189 entfällt, identisch mit V 757

Bd. 1, Sp. 233: „B 6380f“ = B 6381 entfällt, identisch mit B 6380 und K 1648

Bd. 1, Sp. 268: H 922 und H 923 existieren nicht mehr, identisch mit B 9804 (darin enthalten: B 7048) und B 9805 (darin enthaltener Text ohne eigene Nummer) (H 922 und H 923 waren schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten)

Bd. 1, Sp. 326 (Nr. 19): B 9893 und B 9894 existieren nicht mehr (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten), identisch mit R 1247 und R 1248

Bd. 1, Sp. 329 (Nr. 14): B 2235 existiert nicht mehr (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten), identisch mit M 190

Bd. 1, Sp. 331 oben (Nr. 3): B 9911 – 9922 (nicht „S 9911“)

Bd. 1, Sp. 358 (Nr. 16): B 2201: der Korrekturhinweis „nicht 2001“ ist mitabgedruckt worden

Bd. 1, Sp. 458: C 4326 (es fehlt der Buchstabe C)

Bd. 1, Sp. 468 (Nr. 7): C 4865 (nicht „C 4859“)

Bd. 1, Sp. 515: B 682 existiert nicht mehr (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten) = G 3050 und G 3101

Bd. 1, Sp. 622: „B 4425f“ = B 4425 entfällt (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten), identisch mit B 4424

Bd. 1, Sp. 689: E 3557 existiert nicht mehr (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten), identisch mit E 3478

Bd. 1, Sp. 694: E 2719 existiert nicht mehr (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten), identisch mit B 121

Bd. 1, Sp. 698 (Nr. 2): E 2541 existiert nicht mehr (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten), identisch mit R 3164

Bd. 1, Sp. 700 und 701: Sp. 700: E 3607, Sp. 701: E 3607 (es fehlt:) „darin E 2618“, hier ist der Titel zudem fehlerhaft abgeschrieben (richtig dagegen in Sp. 700)

Bd. 1, Sp. 729: L 1519 entfällt (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten), identisch mit L 1518

Bd. 1, Sp. 787 (Nr. 38): J 444 (nicht „J 442“)

Bd. 1, Sp. 836 (Nr. 6): D 2984 u. F 2879 (F 2879 im online-VD16 getilgt)

Bd. 1, Sp. 837 (Nr. 8): E 2886 existiert nicht mehr (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten), identisch mit B 8572

Bd. 1, Sp. 837 (Nr. 8): E 2887 existiert nicht mehr, identisch mit B 8573

Bd. 1, Sp. 887 (D.a): völlig unklarer Abschnitt zu VD16 V 744: „vorhergeht bis Bl. [g8] ohne eigenen Kolophon VD16 C 1592 bzw. ZV 2645“ (?)

Bd. 1, Sp. 965 (oben, zu Nr. C.2): F 1641 – 1654. Die letzten drei Nummern dieser Reihung (F 1652, F 1653 und F 1654) beziehen sich auf einen anderen Autor.

Bd. 1, Sp. 981 oben (Nr. 4): G 3631 (nicht „G 1631“)

Bd. 1, Sp. 1032 (Zeile 8): ZV 18601 entfällt, identisch mit H 651

Bd. 1, Sp. 1264 (C.3): C 4272 (es fehlt der Buchstabe C)

Bd. 2, Sp. 295 (Nr. 4 „spätere Drucke“): Münster Dietr. Tzwyvel o. J. = Sp. 294 (Nr. 4) A 2794 (vorh. in Münster UB: X 1088)

Bd. 2, Sp. 296 (Nr. 18): „Nicht im VD16“ (dieser Hinweis ist bei einem Druck aus Deventer überflüssig)

Bd. 2, Sp. 327 (Nr. 2): ZV 4327 und D 420 entfallen, beide identisch mit D 421

Bd. 2, Sp. 330 (zu Nr. 1): identischer Titel wie in Sp. 315. Dort geht es um den Haupttext des Druckes, in Sp. 330 dagegen um eine angehängte Predigt. Das müsste im Fließtext kurz mit Verweis auf Sp. 315 erwähnt werden.

Bd. 2, Sp. 358: V 1428 (Worms 1543 „V 1427 – 1429“) entfällt, identisch mit V 1427

Bd. 2, Sp. 430 (Nr. 5): „B 2682f“ = B 2683, entfällt, identisch mit B 2682 (im VD16 schon 2004 vermerkt)

Bd. 2, Sp. 456 (Nr. 3): B 392 existiert nicht mehr, enthalten in D 1389. Die Nummer ist im VD16 offenbar fälschlich getilgt worden.

Bd. 2, Sp. 483 (d): ZV 25226 entfällt, identisch mit ZV 6412

Bd. 2, Sp. 719 (Nr. 6.2): R 2306 (nicht „R 2319“), vgl. E.2.b

Bd. 2, Sp. 750 (Nr. 4.b): R 2878 (nicht „R 2378“)

Bd. 2, Sp. 800 (Nr. 4): C 3032 (nicht „3932“)

Bd. 2, Sp. 813 (Nr. 8.c): S 2058, entfällt, kein deutscher Druck (im VD16 schon 2004 vermerkt)

Bd. 2, Sp. 817 (Nr. 17): E 2026 (nicht „E 2062“), darin S 2063

Bd. 2, Sp. 890: ZV 22550 entfällt, kein deutscher Druck

Bd. 2, Sp. 925 (zu Nr. 2): R 1666 (nicht „R 1667“)

Bd. 2, Sp. 940 (Nr. 4): B 567 entfällt, kein deutscher Druck (im VD16 schon 2004 vermerkt)

Bd. 2, Sp. 941 (Nr. 9): W 3353 (es fehlt der Buchstabe W)

Bd. 2, Sp. 1012 (Zeile 29): ZV 14707, entfällt, identisch mit S 9191

Bd. 2, Sp. 1028: C 1063 entfällt, kein deutscher Druck (im VD16 schon 2004 vermerkt)

Bd. 2, Sp. 1044: T 175 existiert nicht mehr (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten), identisch mit S 9167

Bd. 2, Sp. 1062 (Nr. 3) und Sp. 1064 (a): Dieselbe VD16-Nr. T 640 mit zwei verschiedenen Titeln, der eine ist aber nur ein enthaltener Text; in Sp. 1062 müsste der enthaltene Text mit „C 774 in T 640“ gekennzeichnet werden; der Mitverfasser wird außerdem einmal Wetter genannt, das andere Mal Werter; die Signatur in Würzburg in Sp. 1062: 35/A 20.28, in Sp. 1064: GL.rr.q.13

Bd. 2, Sp. 1142: „ebd. (= Erfurt) um 1520, 45 Bl.“ ist vorhanden in Wolfenbüttel HAB (O 50.4 Helmst.(3)), dieses Exemplar wird im VD16 aber T 2124 zugeordnet; vermutlich gibt es gar keine Ausgabe von 1520.

Bd. 2, Sp. 1265: R 1037 (es fehlt der Buchstabe R)

Bd. 2, Sp. 1313 oben: ZV 20560 entfällt, identisch mit W 3345

Bd. 2, Sp. 1323 (Nr. D.2, im Fließtext): S 5978 darin H 6500 (nicht „H 3500“), S 5979 darin H 6501, S 5981 darin H 6502 (nicht „1516/1517: H 3501, 1519: H 3502“)

Bd. 3, Sp. 15 oben (zu B 1.3): A 2153 existiert nicht mehr (schon 2004 im VD16 nicht mehr enthalten) , identisch mit A 3086; die in Zeile 6 folgende Nummer müsste Nr. 4 sein (anstatt Nr. 3)

Auf das Fehlen im online-VD16 von vielen Nummern, die im gedruckten VD16 vorhanden sind, habe ich schon in einem früheren Blog-Artikel (vom 9.10.2017) aufmerksam gemacht. Bei der Benutzung des Humanisten-Verfasserlexikon werden einem die Konsequenzen dieser kommentarlosen Streichungen vor Augen geführt.

Zugrunde liegt ein Konstruktionsfehler im gedruckten VD16. Dort wurden die Werke, die zwei verschiedene Verfasser haben, doppelt aufgenommen. Dadurch bekamen bestimmte Ausgaben zwei verschiedene Nummern. Wenn man, wie in einem normalen Bibliothekskatalog, anstatt dessen eine einfache Verweisung hätte einfügen wollen, dann hätte man am Anfang des Alphabets in den ersten Bänden, die nach und nach herauskamen, auf Titel in noch nicht erschienenen Bänden verweisen müssen, die noch gar keine Nummer zugeteilt bekommen hatten. Andererseits wollte man wohl nicht den Haupteintrag allein bei dem weniger wichtigen der beiden Autoren vornehmen, nur weil dieser eventuell einen Nachnamen trug, der früher im Alphabet vorkommt.

Also wurde derselbe Titel zweimal aufgenommen, immer mit einem Verweis auf die Existenz eines Mitverfassers, aber ohne die entsprechende zweite Nummer anzugeben. Auch bei den späteren Bänden wurde nicht auf die Einträge früherer Bände verwiesen.

Das Problem wurde im online-VD16 durch einen weiteren Fehler „gelöst“. Hier wurde eine der beiden Nummern einfach gelöscht, ohne zu bedenken, dass in der Zwischenzeit in der Forschungsliteratur die gelöschten Nummern schon zitiert worden waren. Immerhin waren etwa 10 bis 18 Jahre vergangen, je nachdem, wo der Name des Mitautors, dessen Titel gelöscht worden war, im Alphabet stand.

Wenn nun heute ein Benutzer des online-VD16, der zufällig kein Spezialist in „Vau-De-Sechzehnistik“ ist, eine VD16-Nummer im Verfasserlexikon findet und feststellt, dass an der entsprechenden Stelle im online-VD16 gar nichts steht, wird er wohl denken, dass einer der beiden beteiligten Quellen ein Fehler unterlaufen ist. Die Sache kann eventuell noch durch die Tatsache verkompliziert werden, dass eine VD16-Nummer immer aus einem Buchstaben und einer Zahl besteht. Und da in der Titelzeile vieler VD16-Einträge mehrere Nummern stehen, nämlich die Hauptnummer und die Nummern der darin eventuell enthaltenen Texte, kann man mit einer nicht existierenden VD16-Nummer manchmal durchaus Ergebnisse bekommen, die aber absolut nichts mit dem zu tun haben, was man sucht. Das führt, wenn einem das zum ersten Mal passiert, zu beträchtlicher Verwirrung.

Vielleicht kommt dem jetzt schon etwas frustrierten Benutzer die Idee, zur Kontrolle mal in das gedruckte VD16 zu sehen (wenn er eine genügend große Bibliothek in erreichbarer Nähe hat; im Ausland kann das manchmal ein weiteres Hindernis sein). Dort wird er dann die im online-VD16 fehlende Nummer entdecken, aber ohne Verweis auf die parallele zweite Nummer, die der Grund dafür ist, dass die im Verfasserlexikon wiedergegebene Nummer im online-VD16 gelöscht worden ist.

Nirgendwo wird dieser arme Benutzer eine Erklärung dafür finden, wieso die von ihm gesuchte Nummer im online-VD16 fehlt. Er wird zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass im online-VD16 einfach ein Fehler vorliegt. Erst wenn er den gesuchten Titel diplomatisch getreu ins online-VD16 eingeben würde, würde er die zweite Nummer finden, und erst nach dem Vergleich der Exemplarsignaturen der besitzenden Bibliotheken würde er sicher sein, dass es sich tatsächlich um eine identische Ausgabe handelt. Ganz offenbar hat keiner der Artikel-Autoren des Humanismus-Verfasserlexikon das getan, und diese Forscher gehören, anders als unser fiktiver Benutzer, zum Spitzenpersonal der Frühneuzeit-Germanistik.

Teil II.

Hier folgt nun eine Liste von Addenda mit über 100 Titeln, die im Humanisten-Verfasserlexikon nicht durch VD16-Nummern identifiziert sind. Auch hier kann man deutlich erkennen, dass im Verfasserlexikon in vielen Fällen nicht die online-Version des VD16 herangezogen wurde, mit der das Auffinden der Druckausgaben sehr viel einfacher gewesen wäre als in dem gedruckten Grundwerk.

Bd. 1, Sp. 29: A 1174 (Köln: Quentell, Mai 1532)

Bd. 1, Sp. 29 (Nr. 1): A 1178 (Frankfurt a.M.: Egenolf 1540)

Bd. 1, Sp. 30 (Nr. 8): D 1350 ([Köln: Soter] 1534)

Bd. 1, Sp. 54 (Nr. 2.b): L 308

Bd. 1, Sp. 87 (Nr. 2): T 2321

Bd. 1, Sp. 125 (Threnodia), (vgl. auch in Bd. 2, Sp. 943): F 92 darin A 315

Bd. 1, Sp. 130 (Nr. F.2): ZV 1083

Bd. 1, Sp. 150 (Nr. XXII): S 2278

Bd. 1, Sp. 258/259 (Nr. 13): B 7097

Bd. 1, Sp. 397: C 1911 darin C 1909

Bd. 1, Sp. 397 (Irenicus 1518), (vgl. auch in Bd. 1, Sp. 1254): F 2815 darin C 1910

Bd. 1, Sp. 485 (h-k) (= IA 144.751): L 2082

Bd. 1, Sp. 534: B 6645, auch Bd. 1, Sp. 227, B

Bd. 1, Sp. 541 (= GW Bd. 7, Sp. 227): ZV 25211

Bd. 1, Sp. 544 (c ): G 1668 Gesang-Büchlein

Bd. 1, Sp. 575 (nicht Eberbach zuzuschreiben) E 1496

Bd. 1, Sp. 617 (= IA 160.178): ZV 29898

Bd. 1, Sp. 630 (zu II.3): ZV 19990 (1517)

Bd. 1, Sp. 630 (zu II.3): ZV 18314 (1514) (vgl. auch ZV 31590, 1515)

Bd. 1, Sp. 701: E 3607 darin E 2618

Bd. 1, Sp. 729: L 1523

Bd. 1, Sp. 785 (Nr. 28) („nicht im VD16“): T 657

Bd. 1, Sp. 785/786 (Nr. 29) („nicht im VD16“): ZV 12092

Bd. 1, Sp. 816 (Nr. 2): ZV 28014

Bd. 1, Sp. 835 (zu Nr. 3, am Ende): W 4585

Bd. 1, Sp. 838 (Nr. 1.1): P 5210

Bd. 1, Sp. 838 (Nr. 1.2): P 5211

Bd. 1, Sp. 847 (Nr. B.4): ZV 14448 (?) [anderer Drucker (?): Frankfurt /Oder: Murrer und Lamparter um 1508]

Bd. 1, Sp. 857 (Nr. A.3): ZV 16599

Bd. 1, Sp. 861 (= Stuttgarter Bibel-Slg. D 287) ZV 1662

Bd. 1, Sp. 1061 (Nr. 3): B 1173 Köchlin 1506 dagegen nicht im VD16, vorhanden in Oxford BL (OC 55.d.80)

Bd. 1, Sp. 1083 (Nr. 11): ZV 25762

Bd. 1, Sp. 1090 (Nr. 22): N 1822

Bd. 1, Sp. 1156 (Nr. 6): ZV 4956

Bd. 1, Sp. 1157 (zu Nr. 12) Briefe des Plinius, Münster: Tzwyvel 1512: ZV 3491

Bd. 1, Sp. 1159 (Nr. 3): ZV 27107

Bd. 1, Sp. 1198 (Nr. 4): ZV 10437

Bd. 1, Sp. 1228 (zu Nr. 9): H 6317 und H 6318

Bd. 1, Sp. 1255/1256 (zu Nr. 2): ZV 6197

Bd. 1, Sp. 1296 (Nr. 4): ZV 28045

Bd. 1, Sp. 1323: ZV 9195

Bd. 2, Sp. 22 (Nr. 3): L 340

Bd. 2, Sp. 81 (Nr. 3): P 2531 (1509)

Bd. 2, Sp. 81 (Nr. 7): C 3316

Bd. 2, Sp. 128 (Zeile 27): E 1736

Bd. 2, Sp. 133 (Nr. 2): P 5150

Bd. 2, Sp. 193: ZV 30996

Bd. 2, Sp. 227 (zu Nr. 2.a): ZV 26727

Bd. 2, Sp. 236 (Nr. 5c): M 6868

Bd. 2, Sp. 248 (Nr. 5): ZV 14998

Bd. 2, Sp. 248 (Nr. 6): ZV 5302

Bd. 2, Sp. 252 (Nr. D.2): ZV 4608

Bd. 2, Sp. 263 (Nr. 25): R 1063

Bd. 2, Sp. 289 (Nr. 11): M 6864 (Münster: Dietr. Tzwyvel o.J.)

Bd. 2, Sp. 315 und Sp. 330 M 7019, darin enthalten auch die Solothurner Kapitelspredigt von Sp. 330

Bd. 2, Sp. 328 (zu Nr. 3): M 7073 und M 7074 [Straßburg 1521]

Bd. 2, Sp. 345 (f): M 7094

Bd. 2, Sp. 348 (zu Nr. 2.b.(4) Mendatia München BSB: Theol 3910 S. No. 666; im VD16 allerdings mit anderer Bibliothekssignatur: ZV 11276

Bd. 2, Sp. 355 (d): ZV 11275

Bd. 2, Sp. 470 (Nr. A.2): P 5211

Bd. 2, Sp. 477 (B.1.s): X 12

Bd. 2, Sp. 477/478 (B.2.a): ZV 25849

Bd. 2, Sp. 479 (Nr. C.2.c): C 5589 ([Schlettstadt 1520])

Bd. 2, Sp. 503 (Zeile 6): S 7677 (1566, nicht „1561“)

Bd. 2, Sp. 511 (Nr. 6) Giovanni Mainardi: ZV 10327

Bd. 2, Sp. 517 (zu Nr. D.2): ZV 12644

Bd. 2, Sp. 556 (zu Nr. 13): ZV 32218

Bd. 2, Sp. 577 (Nr. 2): C 1899

Bd. 2, Sp. 601 (zu d) (Übersetzung, die fälschlich Reuchlin zugeschrieben wird): ZV 8121

Bd. 2, Sp. 613 (zu Nr. 1): ZV 788 (1540)

Bd. 2, Sp. 626 (De verbo mirifico): R 1301 (1514)

Bd. 2, Sp. 667 (Nr. 2g): ZV 8379

Bd. 2, Sp. 689 (Nr. 11): ZV 13220

Bd. 2, Sp. 691 (Zeile 4): T 560 (1528)

Bd. 2, Sp. 691 (Zeile 4): T 561 (1539)

Bd. 2, Sp. 696 (Nr. 21): L 2096 (1539)

Bd. 2, Sp. 696 (Nr. 21): L 2097 (1543)

Bd. 2, Sp. 696 (Nr. 22): M 5497 (Straßburg 1557)

Bd. 2, Sp. 696 (Nr. 22) F 1475 (Basel 1566)

Bd. 2, Sp. 703: R 2065 (1551)

Bd. 2, Sp. 723 (zu F.): P 3034

Bd. 2, Sp. 729: ZV 13281

Bd. 2, Sp. 734 (zu Nr. C.1): B 4754 (1506)

Bd. 2, Sp. 734 (zu Nr. C.1): B 4757 (1509)

Bd. 2, Sp. 737 (Nr. 4.b): ZV 19177 oder ZV 15199 (?)

Bd. 2, Sp. 738 (Nr. 3): B 4690

Bd. 2, Sp. 789 (Nr. 3): E 1604

Bd. 2, Sp. 790 (zu Nr. 4): ZV 15141

Bd. 2, Sp. 797 (Nr. 1 „Dt. Bearbeitungen“): ZV 13711 = ZV 23007 (im VD16 einmal unter „Sapidus“, dann noch einmal unter „Greff“ aufgenommen)

Bd. 2, Sp. 797 (Nr. 2 „Dt. Bearbeitungen“): F 3310 und ZV 6299

Bd. 2, Sp. 947 (Nr. 6), (vgl. auch Bd. 1, Sp. 227, B.II): B 6645

Bd. 2, Sp. 1027 (Nr. 3): S 7162

Bd. 2, Sp. 1061 (Nr. A.1) („nicht im VD16“): G 1394

Bd. 2, Sp. 1097 (zu Nr. 8): B 1708 darin T 2009(1575)

Bd. 2, Sp. 1102 (Nr. 12.2.a): R 3777 (Köln 1577)

Bd. 2, Sp. 1107 (zu Nr. 10 „Auszüge“): ZV 11343 und ZV 11342 (1581)

Bd. 2, Sp. 1107 (zu Nr. 10 „Dt. Übers.“): T 1989 (1555)

Bd. 2, Sp. 1107 (zu Nr. 10 „Dt. Übers.“): T 1990 (1556)

Bd. 2, Sp. 1110 (zu Nr. 1): T 1999 (Köln: Quentell 1531)

Bd. 2, Sp. 1110 (zu Nr. 1): T 2000 (Köln: Quentell 1546)

Bd. 2, Sp. 1112 (Nr. 4): T 2002 (1545)

Bd. 2, Sp. 1112 (Nr. 4): T 2003 (1567)

Bd. 2, Sp. 1112 (Nr. 4): T 2004 (1600)

Bd. 2, Sp. 1115 (Nr. 10): S 2278

Bd. 2, Sp. 1116 (Nr. 13): S 10263

Bd. 2, Sp. 1125 (Nr. B.1): F 2064 (1531)

Bd. 2, Sp. 1146 (Zeile 17-21): ZV 13864 (Leipzig 1507)

Bd. 2, Sp. 1170 (Nr. 2.b): G 473 und ZV 6409

Bd. 2, Sp. 1171 (Nr. 3): ZV 7997 (Basel 1557)

Bd. 2, Sp. 1209 (zu Nr. 2.2 „weitere Drucke“) S 6970

Bd. 2, Sp. 1283 (Nr. 3.h, letzte Zeile): R 1035, R 1036, R 1040

Bd. 2, Sp. 1287 (Nr. 2) P 1734 und P 1735

Bd. 2, Sp. 1324 (Nr. 3.d): M 5631

Bd. 2, Sp. 1364 (Nr. K.4.d), (wie Bd. 1, Gresemund, Sp. 960, Nr. 4, 2. Aufl.): G 3183 (1514)

Bd. 2, Sp. 1401 (Nr. J.4): ZV 14933

Bd. 2, Sp. 1409 (Zeile 13-14): E 4747 und E 4748

Bd. 2, Sp. 1431 (zu B.1 „NDe“ (Neudrucke): Z 171 darin: Z 179 (1539); Z 172 darin Z 180 (1541)

Bd. 2, Sp. 1435 (zu Nr. B.8): ZV 21729 (Freiburg 1538)

Bd. 2, Sp. 1435 (zu Nr. B.8): S 2627 darin Z 163 (Köln 1600)

Bd. 2, Sp. 1435 (zu Nr. B.8): Z 129; Z 130, Z 131, Z 132, Z 133, Z 134 (Frankfurt a. M. 1590, Teil 1-6)

Bd. 3, Sp. 12 (Nr. 3): P 2078

Zum Stand des VD16 (Dezember 2019) und zu Cinquecentine.de

Das VD16 ist am Ende des Jahres 2019 bei 32282 ZV-Nummern angekommen, das heißt der Zuwachs in diesem Jahr beträgt 290 Meldungen. Die XL Signaturen haben nur 3 Neuzugänge (jetzt 192).

Das ist der geringste Zuwachs, seit ich die Entwicklung des VD16 verfolge und dokumentiere, aber vermutlich zugleich der geringste seit Bestehen des gesamten Projekts, also seit genau 50 Jahren. Besonders in den letzten drei Monaten wurden nur noch vereinzelt Neumeldungen angezeigt.

Darüber hinaus ist auch noch etwas Ungewöhnliches passiert, und zwar ungefähr im September. In vielen beitragenden Bibliotheken wurden die Gesamtzahlen der Meldungen auf einen Schlag um einige Nummern zurückgesetzt, in den großen Bibliotheken wie München BSB, Wolfenbüttel HAB und Berlin SB um mehr als dreihundert. Die letzteren beiden sind damit fast auf den Stand des Vorjahres zurückgekehrt. Dagegen wurde bei anderen Bibliotheken sehr viel weniger abgezogen, zum Beispiel hat die Landesbibliothek Fulda, die schon im letzten Jahr über 1000 Meldungen hatte, auch in diesem Jahr wieder weitere 1000. Allerdings kam auch dort nach Oktober 2019 nichts mehr hinzu.

Was der Grund für diese Stagnation ist, ist allein aus den Zugangszahlen nicht zu erschließen. Unter diesen Umständen hat es jedenfalls nicht viel Sinn, die Anzahl der Meldungen für einzelne Bibliotheken aufzulisten, wie ich es in den vergangenen Jahren gemacht habe. Es waren in diesem Jahr aber mehr Bibliotheken als sonst, die über 100 Meldungen vorweisen können, jedenfalls bis zum September 2019.

So ist das 50jährige Jubiläum des VD16 also vergangen, ohne erwähnt, geschweige denn gefeiert zu werden.

Soweit ich das überblicke, hat es aber auch noch keine Nachrufe gegeben.

Hinzugekommene Bibliotheken im VD16:

vd310 Kunstbibliothek Berlin (1 Meldung)

vd315 (Nummer nicht belegt)

vd316 Salzburg Diözesan-Bibliothek (121)

vd317 München Bayerisches Nationalmuseum (2)

vd318 Lyon Bibliothèque Municipale (1)

vd319 Salzburg Erzabtei St.Peter (1)

vd320 Boston Public Library (1)

vd321 Lucca Biblioteca Statale (Italien) (1)

Zu Cinquecentine.de

Die Liste der Drucke, die im VD16 zwar eine Nummer, aber keinen Standortnachweis haben, enthält weiterhin ca. 2600 Titel, nachdem ich diejenigen Nummern herausgenommen haben, die im VD16 in den Jahren 2017 und 2018 nachträglich einen Bibliotheksnachweis erhalten haben. Das hält sich mit den Neueingaben einigermaßen die Waage.

Die Liste der im VD16 fehlenden Drucke ist jetzt bei ca. 2400 angekommen. Darin kann ich jetzt das Quellenverzeichnis der Liederdrucke von Eberhard Nehlsen benutzen, der in allen Fällen schon die Standortnachweise bietet. Allein die Liederdrucke, die sich in der ehemaligen Biblioteca Palatina in der Vatikanbibliothek in Rom befinden, dürften einige hundert sein. Das VD16 hat die seit den 90er Jahren vorliegende Microfiche-Ausgabe dieser Drucke (und das sind natürlich nicht nur Lieder!) in nur ganz geringem Maße ausgewertet.

In Cinquecentine.de habe ich im vergangenen Jahr nur drei neue Einzeltexte eingegeben, zwei Leichenpredigten, die in der online-Artikelreihe „Leben in Leichenpredigten“ erschienen sind, und einen zu Johann Fischarts Hexenbuch, über das es einen Artikel im online Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung gibt (die Seite wird zur Zeit überarbeitet). Die Reihe „Leben in Leichenpredigten“ scheint übrigens leider eingestellt worden zu sein. Sehr schade.

Neue Konkordanzen sind die zur Osiander Edition, die zu jedem Titel eine historische Einführung bietet, zur Brant-Bibliographie von Knape und Wilhelmi, zum Repertorium der Rhetorik-Drucke von Knape, das Abdrucke der Kapitelverzeichnisse enthält, und zur ausführlichen Bibliographie der „Messrelationen“ von Körber.

Das Verzeichnis der Pestilenz-Schriften von Heinrichs dagegen ist eine reine Titelliste, aber dort können über das Namenregister am Ende des Buches genauere Informationen zu vielen Autoren und ihren Werken aus den drei voranstehenden Abhandlungen entnommen werden. Heinrichs scheint das VD16 für seine Recherchen kaum benutzt zu haben. Ich habe deshalb zusätzlich eine Liste der Drucke aus dem VD16 zusammengestellt, die im Titel das Wort „Pestilentz“ führen (bzw. „pestilentzisch“) und die nicht bei Heinrichs auftauchen.

Zur Zeit habe ich eine Konkordanz zum Verfasserlexikon „Deutscher Humanismus 1480-1520“ von Worstbrock in Arbeit. Der Nachtrags- und Registerband dazu erschien 2015, aber nur mit einem Personen- und einem Sachregister.

Mir scheint, dass dieses Verfasserlexikon das erste Nachschlagewerk ist, das in großem Umfang die Besonderheit des VD16 gegenüber anderen Bibliographien nutzt, nämlich die detaillierte Aufnahme der Beiträger, auch wenn diesbezüglich im Verfasserlexikon nicht immer zwischen Mitverfassern und Beiträgern unterschieden wird. Dafür hebt das Verfasserlexikon stärker die Rolle der Herausgeber hervor, die im VD16 nur manchmal als „weitere Personen“ oder als Beiträger von Vorreden auftauchen, aber nicht gesondert gekennzeichnet werden.

Wie viele VD16-Nummern mein Verzeichnis am Ende umfassen wird, ist schwer vorherzusagen. Zum einen erscheinen im Verfasserlexikon viele Nummern mehrfach, weil sie nicht nur in den Artikeln der jeweiligen Verfasser, sondern auch bei den Herausgebern und den Beiträgern auftauchen. Das verringert am Ende die Zahl der Nummern. Außerdem wird nicht immer vermerkt, ob eine Nummer vielleicht nur einen enthaltenen Text kennzeichnet, weil im gedruckten Grundwerk des VD16 die zusätzlich enthaltenen Texte eigene Nummern tragen, die sich nicht von Nummern echter „bibliographischer Einheiten“ unterscheiden.

Auf der anderen Seite wird in dem Verfasserlexikon die Angabe der VD16-Nummern bei mehreren nacheinander verzeichneten Ausgaben oft abgekürzt (z.B. „E 2796 – E 2808“), was natürlich platzsparend, für mein geplantes, nach VD16-Nummern geordnete Verzeichnis aber nicht sehr hilfreich ist. Wenn ich diese Abkürzungen allerdings alle auflöse und so auch die nicht genannten Nummern aufliste, muss ich auch in allen Fällen überprüfen, ob diese Nummern überhaupt noch in der online-Version des VD16 existieren. Bekanntlich gibt es da ja einen Nummernschwund.

Ich rechne jedenfalls damit, dass dieses Verzeichnis umfangreicher sein wird als alle anderen, die ich bisher zusammengestellt habe, d. h. es wird weit über 3000 Nummern enthalten.

Gestohlen, zerstückelt und über Antiquariate verkauft. Geschichte eines Konvoluts.

In seinem Tagungsbeitrag „Privatliederbücher im Zeitalter der Druckkunst. Zu einigen Lieddruck-Sammelbänden des 16. Jahrhunderts“ von 2001 stellt Frieder Schanze unter anderem ein Konvolut von Liederdrucken vor, das im Katalog der Berliner Staatsbibliothek mit der Signatur Yd 7829 als „Verlust“ verzeichnet ist.

(veröffentlicht in dem Sammelband „Gattungen und Formen des europäischen Liedes vom 14. bis zum 16. Jahrhundert“, herausgegeben von Michael Zywietz, Volker Honemann und Christian Bettels, Münster 2005, S. 203-242)

Es handelt sich dabei aber nicht um einen Kriegsverlust, sondern das Buch wurde schon bei einer Revision 1929 als vermisst gemeldet. Es enthielt ursprünglich 54 Flugschriften, hauptsächlich deutsche Lieder. Der zeitgenössische Einband war auf das Jahr „1554“ datiert. Eine Beschreibung der enthaltenen Titel aus dem Jahre 1805 stammt von Georg Ernst Waldau: „Nachricht v. einer Sammlung allerhand geistlicher Lieder aus der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts“ in: Literarische Blätter 5 (1805), Sp. 325-334.

Im Opac der Berliner Staatsbibliothek werden diese Titel trotz des Verlustes weiterhin einzeln aufgeführt, zwar nicht in der Reihenfolge, wie sie in dem Konvolut standen, aber mit den entsprechenden Nummern, die sie in Waldaus Artikel erhalten hatten. Allerdings gibt es im Berliner Katalog nur 53 Titel.

Schanze berichtet in seinem Beitrag, dass der Liederforscher Eberhard Nehlsen herausgefunden habe, dass einige dieser Flugschriften in der Bayerischen Staatsbibliothek in München wieder aufgetaucht seien. Offenbar sei der Band in seine Einzelteile zerlegt und so unerkannt über Antiquariate verkauft worden.

Da ich das bisher noch unvollendete und nicht publizierte Liederdruck-Verzeichnis von Nehlsen in einer Arbeitsversion freundlicherweise zu Verfügung gestellt bekommen habe, kann ich die Sachlage anhand der von Nehlsen zusammengetragenen Daten überblicken. Er ergänzt Schanzes Beitrag in Bezug auf den verlorenen Sammelband durch die Ergebnisse weiterer Nachforschungen. Demnach muss das Konvolut etwa 1910 noch in der Bibliothek vorhanden gewesen sein, denn einige Titel daraus wurden für die Herausgabe eines Bandes über die Lieder Luthers im Rahmen der Weimarer Werkausgabe benutzt, und zwar in der Zeit von 1910 bis 1914. Wegen des Ersten Weltkriegs konnte der Band 35 der WA dann aber erst 1923 erscheinen.

Nehlsen fügt hinzu, dass einer der verlorenen Einzeldrucke den Weg in die Berliner Staatsbibliothek wieder zurückgefunden habe, nämlich das Spruchgedicht „Der König im Bad“ von Hans Rosenplüt, Nürnberg 1533, die neue Signatur ist Yg 5136 (VD16: ZV 13363). Darüber hinaus kann er 25 bisher noch fehlende Einzeldrucke des Sammelbandes in der Beinecke Library der Universität Yale in New Haven/USA nachweisen. Die dort gelandeten Ausgaben haben fortlaufende Signaturen von 1999-486 bis 1999-509, mit einem Nachzügler 2009-892. Die 1999er Signaturen wurden also sehr wahrscheinlich als Paket erworben, und man darf vermuten, dass die ersten vier Ziffern jeweils das Kauf-oder das Katalogisierungsdatum anzeigen. Ebenso wie die in München nachgewiesenen Drucke sind die in der Beinecke-Bibliothek vorhandenen, mit nur einer Ausnahme, alle digitalisiert.

Auch die Drucke in München haben zum Teil aufeinander folgende Signaturen, sind also offenbar gemeinsam angeschafft worden. Wie die BSB mir via Mail mitteilte, wurden die mit „Rar“-Signaturen versehenen Exemplare 1986 vom Antiquariat Breslauer erworben. Andere dagegen wurden 1990 im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke (SDD) angekauft. In der Antwortmail aus München wird aber auch betont, dass es keinen Hinweis gebe, der für die Vermutung spreche, dass die Münchner Exemplare wirklich aus dem gestohlenen Berliner Konvolut stammten.

An die Staatsbibliothek Berlin richtete ich eine Anfrage bezüglich der in der Bibliothek verbliebenen oder dahin zurückgekehrten Flugschrift mit dem Rosenplüt-Gedicht. Obwohl es sich nicht um ein Lied handelt, erwähnt Nehlsen sie, weil er aus einem Stempel der Königlichen Bibliothek Berlin darin erschließt, dass der Diebstahl (und der Rückkauf) vor 1918 stattgefunden haben müsse.

Die Auskunft, die mir aus Berlin gegeben wurde, geht aber vielmehr dahin, dass diese Schrift schon vor der Zeit des Diebstahls aus dem Konvolut herausgetrennt worden sein muss. Man könne das aus einem Eintrag in einem alten Katalog schließen, der nach 1909 nicht mehr weitergeführt wurde. Dafür spricht auch, dass die Signatur Yg 5136 in einer Dissertation von Joachim Demme über Rosenplüt aus dem Jahre 1906 vorkommt, wie eine kurze Recherche in „Google Books“ ergibt. Es wäre allerdings auch ein Vorkommnis von trauriger Ironie gewesen, wenn damals ein gestohlenes Stück, womöglich unerkannt, neu gekauft worden wäre. Möglicherweise war die Heraustrennung auch schon vor dem Ankauf der Sammlung Meusebach durch die Königliche Bibliothek im Jahre 1850 erfolgt.

Die Zählung der in dem Konvolut verbliebenen Schriften wurde nicht geändert. Das herausgenommene Rosenplüt-Gedicht hatte die Nummer 53, der letzte Titel („Wahrsagekunst“) behielt die Nummer Yd 7829 (54).

Zu den Zweifeln an der Herkunft der Münchner Exemplare muss man einwenden, dass es ein ganz unglaublicher Zufall wäre, wenn sich die Neuzugänge in der Bayerischen Staatsbibliothek und in der Beinecke-Bibliothek so exakt ergänzen würden, ohne auf eine gemeinsame Herkunft zurückzugehen.

Diese Herkunft aus einem Diebstahl ist natürlich irritierend. Zu erwähnen ist, dass sowohl Schanze als auch Nehlsen in ihren Berichten des Vorgangs den Begriff Diebstahl vermeiden, sie sprechen von „Verlust“. Aber man braucht schon viel Phantasie, um sich einen anderen Ablauf des „Verlustes“ vorzustellen.

Selbstverständlich kann man dagegen nicht einfach behaupten, dass den betreffenden Antiquaren nach so vielen Jahren bewusst war, woher die alten Drucke ursprünglich stammten. Ob sie einen Verdacht hätten haben müssen, ist allerdings eine andere Frage.

Die einzelnen Schriften waren nicht als Bibliotheksbesitz gekennzeichnet, außer einer laufenden Nummer in der rechten oberen Ecke, mit Bleistift geschrieben, also leicht zu entfernen. Möglicherweise hat es in den Jahrzehnten nach dem Diebstahl auch noch Besitzerwechsel gegeben. Der Vorgang zeigt aber, dass eine internationale Datenbank gestohlener Bücher, wie sie die ILAB (International League of Antiquarian Booksellers) seit wenigen Jahren betreibt, eine höchst notwendige Einrichtung und eine Idee ist, auf die man eigentlich auch schon früher hätte kommen können. https://stolen-book.org/
Vgl. dazu auch: https://ilab.org/articles/international-trade-means-keeping-track-stolen-items-more-important-ever

Bisher nicht wieder aufgetaucht sind zehn Nummern, zum Teil gibt es von diesen immerhin andere Exemplare in verschiedenen Bibliotheken.

Da jetzt aber die meisten Einzelteile des gestohlenen Bandes wieder vorliegen, kann man den alten Sammelband anhand der Digitalisate, dank des Internets, wenn auch mit einigen Lücken, rekonstruieren.

Die Angaben unter „Nehlsen“ beziehen sich zum einen auf das erwähnte, noch nicht veröffentlichte Quellenverzeichnis, zum anderen auf seinen Katalog der Berliner Liedflugschriften, Baden-Baden 2008-2009, 3 Bde (BLF).

Bei den fehlenden Nummern habe ich einen Link auf den Berliner Opac Stabikat eingesetzt. Vielleicht tauchen diese Titel ja auch noch einmal wieder auf. Und vielleicht existiert sogar auch noch irgendwo der alte Einband von 1554?
Sowas wirft man doch nicht weg!

Nr. 1
Katalog Berlin SB Verbleib des Berliner Exemplars unbekannt
nicht im VD16
Nehlsen: kein Lied

Nr. 2
Beinecke 1999 489
digital
VD16: N 1241
Nehlsen: Q 6717, BLF 740

Nr. 3
Beinecke 1999 496
digital
Nehlsen: Q-6718, BLF 741

Nr. 4
München BSB: Rar. 4520
digital
VD16: K 848
Nehlsen: Q-7285, BLF 742

Nr. 5
Beinecke 1999 501
digital
Nehlsen: Q-6719, BLF 743

Nr. 6
München BSB: P.o.ger. 2090u
digital
VD16: S 3131
Nehlsen: Q-7292, BLF 744

Nr. 7
Beinecke 1999 495
digital
VD16: ZV 7806
Nehlsen: Q-6963, BLF 745

Nr. 8
Katalog Berlin SB, Verbleib des Berliner Exemplars unbekannt, weiteres Exemplar vorhanden in Wien NB: 79.Ee.19 (digitalisiert)
nicht im VD16
Nehlsen: Q-6921, BLF 746

Nr. 9
Beinecke 1999 505
digital
Nehlsen: Q-7346, BLF 747

Nr. 10
Beinecke 1999 494
digital
Nehlsen Q-6720, BLF 748

Nr. 11
München BSB: Rar. 4518
digital
VD16: K 842
Nehlsen: Q-0682, BLF 749

Nr. 12
München BSB: P.o.germ. 2090y
digital
VD16: S 3531
Nehlsen: Q-7758, BLF 750

Nr. 13
Beinecke 1999 493
digital
Nehlsen: Q-6721, BLF 751

Nr. 14
Beinecke 1999 497
digital
Nehlsen: Q-1713, BLF 752

Nr. 15
Beinecke 2009 892
digital
Nehlsen: Q-6722, BLF 753

Nr. 16
Beinecke 1999 492
digital
Nehlsen: Q-6723, BLF 754

Nr. 17
München BSB: Rar. 4523
digital
VD16: Das VD16 ordnet das Digitalisat dieses Drucks der Nummer ZV 322 = Berlin SB Hymn. 3629 zu, aber Nehlsen stellt Unterschiede zwischen den beiden Exemplaren fest, vermutlich in der Abnutzung des Holzschnitt-Druckstocks. Das Münchner Exemplar wurde früher gedruckt.
Nehlsen: Q-7288, BLF 755

Nr. 18
Beinecke 1999 491
digital
Nehlsen: Q-1714, BLF 756

Nr. 19
München BSB: Rar. 4521
digital
VD16: H 2580
Nehlsen: Q-7286, BLF 757

Nr. 20
Beinecke 1999 490
digital
VD16: V 2193
Nehlsen: Q-6724, BLF 758

Nr. 21
Beinecke 1999 499
digital
VD16: K 1220
Nehlsen: Q-6725, BLF 759

Nr. 22
München BSB: P.o.germ.2090x
digital
VD16: ZV 318
Nehlsen: Q-7759, BLF 760

Nr. 23
Katalog Berlin SB, Verbleib des Berliner Exemplars unbekannt
nicht im VD16
Nehlsen: Q-6726, BLF 761

Nr. 24
München BSB: Rar. 4514
digital
VD16: S 8403
Nehlsen: Q-7291, BLF 762

Nr. 25
Beinecke 1999 487
digital
Nehlsen: Q-6727, BLF 763

Nr. 26
Beinecke 1999 488
digital
VD16: A 1521
Nehlsen: Q-6728, BLF 764

Nr. 27
Beinecke 1999 486
digital
Nehlsen: Q-6729, BLF 765

Nr. 28
München BSB: Rar. 4519
digital
VD16: K 844
Nehlsen: Q-3951, BLF 766

Nr. 29
München BSB: P.o.germ. 2106s
digital
VD16: Das VD16 ordnet diesen Druck der Nr. ZV 19866 zu, Nehlsen erkennt aber Unterschiede zwischen diesem und dem Exemplar in Jena UB.
Nehlsen: Q-8404, BLF 767

Nr. 30
Beinecke 1999 506
digital
VD16: N 1178
Nehlsen: Q-7188, BLF 768

Nr. 31
Beinecke 1999 504
digital
VD16: B 3515
Nehlsen: Q-6731, BLF 769

Nr. 32
Beinecke 1999 509
digital
VD16: ZV 15469
Nehlsen: Q-6732, BLF 770

Nr. 33
Beinecke 1999 502
nicht digital
VD16: I 3
Nehlsen: Q-6733, BLF 771

Nr. 34
München BSB: Rar. 4516
digital
VD16: R 1048
Nehlsen Q-7281, BLF 772

Nr. 35
Beinecke 1999 500
digital
VD16: H 5748
Nehlsen: Q-6734, BLF 773

Nr. 36
Katalog Berlin SB, Verbleib des Berliner Exemplars unbekannt
VD16: ZV 11227
Nehlsen: Q 6735, BLF 774

Nr. 37
Katalog Berlin SB, Verbleib des Berliner Exemplars unbekannt
VD16: R 2900
Nehlsen: Q 6736, BLF 775

Nr. 38
Katalog Berlin SB, Verbleib des Berliner Exemplars unbekannt, weitere Exemplare vorhanden in Wien NB und in Straßburg BNU
VD16: ZV 9993
Nehlsen: Q-7032, BLF 776

Nr. 39
München BSB: Rar. 4515
digital
VD16: W 4089
Nehlsen: Q-7280, BLF 777

Nr. 40
Katalog Berlin SB, Verbleib des Berliner Exemplars unbekannt
VD16: H 3351
Nehlsen: Q-6737, BLF 778

Nr. 41
München BSB: Rar. 4522
digital
VD16: H 872
Nehlsen: Q-7287, BLF 779

Nr. 42
Beinecke 1999 508
digital
VD16: T 2044
Nehlsen: Q-6738, BLF 780

Nr. 43
Beinecke 1999 507
digital
Nehlsen: Q 6739, BLF 781

Nr. 44
München BSB: Rar. 4524
digital
VD16: B 862
Nehlsen: Q-7289, BLF 782

Nr. 45
Beinecke 1999 503
digital
VD16: G 3650
Nehlsen: Q-6740, BLF 783

Nr. 46
München BSB: Res/P.o.germ. 2099u
digital
Katalog Berlin SB
VD16: S 567
Nehlsen: (kein Lied)

Nr. 47
München BSB: Asc. 5547d
digital
Katalog Berlin SB
VD16: V 796
Nehlsen: (kein Lied)

Nr. 48
Katalog Berlin SB, Verbleib des Berliner Exemplars unbekannt
VD16: ZV 4227
Nehlsen: Q-6741, BLF 784

Nr. 49
Beinecke 1999 498
digital
VD16: G 1191
Nehlsen: Q-6742, BLF 785

Nr. 50
Katalog Berlin SB, Verbleib des Berliner Exemplars unbekannt
VD16: nicht im VD16
Nehlsen: Q-6743, BLF 786

Nr. 51
München BSB: Rar.4517
digital
VD16: P 1070
Nehlsen: Q-7282, BLF 787

Nr. 52
Katalog Berlin SB, Verbleib des Berliner Exemplars unbekannt, ein anderes Exemplar in London BL C.184.d.28 (nicht digitalisiert)
VD16: ZV 14871
Nehlsen: Q-6744, BLF 788

Nr. 53
Berlin SB: Yg 5136 (eigenständig gebunden)
digital
VD16: ZV 13363
Nehlsen: (kein Lied)

Nr. 54
München BSB: Res/Phys.sp. 840e
digital
Katalog Berlin SB
VD16: W 753
Nehlsen: (kein Lied)

Neu in Cinquecentine.de: Konkordanz zu Esther-Beate Körber: Messrelationen. Bremen 2018

Messrelationen waren die Vorläufer der im frühen 17. Jahrhundert entstehenden Zeitungen. In den Messrelationen wurden die wichtigsten Nachrichten eines Halbjahres annalistisch zusammengetragen. Mit meist über 50 Blatt waren sie umfangreicher als gewöhnliche Flugschriften. Diese Nachrichten-Sammlungen wurden zu den Herbst- und Frühjahrs-Buchmessen in Frankfurt und in Leipzig von Verlegern seit den 80er Jahren des 16. Jahrhunderts herausgegeben. Einige dieser Unternehmen hielten sich bis ins 18. Jahrhundert hinein.

Über lange Zeiträume hinweg gab es konkurrierende Projekte, unter anderem wurde darin über die konfessionellen kriegerischen Auseinandersetzungen der frühen Neuzeit aus gegensätzlicher Perspektive berichtet. Sehr oft wurde dabei aber auch einfach von Konkurrenzprodukten abgeschrieben.

Bibliographisch sind diese Druckerzeugnisse eine schwieriges Terrain. Die langen Titel sind oft weitgehend gleich, und von vielen Ausgaben existieren verschiedene Nachdrucke mit geringfügigen Variationen.

Die zuletzt in Cinquecentine.de eingegebene Konkordanz basiert auf den Daten der Bibliographie der Messrelationen von Esther-Beate Körber von 2018.

Ich habe schon vor ein paar Jahren die Bibliographie von Klaus Bender zu dieser Textsorte (Relationes historicae, Berlin 1994) in der Hand gehabt, die rückblickend eine Vorarbeit für Körbers Werk darstellt. Ich hatte anfangs vor, dazu eine Konkordanz zu erstellen, aber die Zuordnung der Titel dieser älteren Bibliographie zu den VD16-Nummern stellte sich als zu schwierig heraus, vor allem, weil das gedruckte Grundwerk des VD16 im Erscheinungsjahr der Bibliographie noch nicht abgeschlossen war und daher noch keine VD16-Nummern ermittelt waren. ZV-Nummern waren noch gar nicht vorhanden. Ich habe deshalb meinen Plan damals bald aufgegeben.

Die schwierige Arbeit des Vergleichs und der Unterscheidung der verschiedenen Ausgaben hat Körber jetzt geleistet, und sie teilt dabei auch schon viel über den Inhalt der einzelnen Relationen mit, dazu viele Standorte der Drucke, mit den Signaturen. Der größte Teil der VD16-Nummern ist von ihr ermittelt worden. Darüber hinaus hat sie auch die Ausgaben des 17. und des 18. Jahrhunderts untersucht, die den größeren Teil des Quellencorpus ausmachen. Eine Leistung, die tibetanische Geduld und Ausdauer erfordert.

Eine kleine Ungenauigkeit und einen veritablen Fehler möchte ich dennoch anmerken. Die vormalige besitzende Bibliothek vieler Titel, die heute in der Moskauer Staatsbibliothek stehen und die weiterhin im Katalog der Stabi Berlin verzeichnet sind, nennt sie „Königliche Bibliothek Berlin“, obwohl diese schon 1918 in Preußische Staatsbibliothek umbenannt wurde. Das war ihr Name, als die sowjetischen Kulturkommissare 1945 jene in Depots ausgelagerten Bücher als Kriegsbeute abtransportieren ließen.

Als „Bibliotheca Palatina“ bezeichnet man (im deutschen Sprachbereich) die Büchersammlung, die im dreißigjährigen Krieg aus der Heidelberger Bibliothek nach Rom verbracht wurde, wo sie heute noch, zum größten Teil in der Vatikanbibliothek, aber auch in verschiedenen weiteren Bibliotheken, aufbewahrt wird. In den 80er Jahren wurden diese etwa 12000, zum größten Teil aus dem 16. Jahrhundert stammenden Bücher von einem von Elmar Mittler geleiteten Team katalogisiert und auf Microfiche verfilmt.

Im Gegensatz zu anderen Microfiche-Editionen (wie z.B. die der Gustav Freytag-Sammlung in der UB Frankfurt a.M.) sind die Titel der Bibliotheca Palatina einzeln in die Kataloge derjenigen Bibliotheken eingearbeitet worden, die die gesamte Microfiche-Edition angeschafft haben. Das bedeutet aber nicht, dass man, wie Körber es tut, diese Bibliotheken als „Standorte“ der betreffenden Titel behandeln könnte. Der Standort der Originale dieser Titel bleibt die Vatikanbibliothek, die dortigen Signaturen kann man über die von Mittler und seinen Mitarbeitern erstellte Bibliographie ermitteln. Sinnlos ist es dagegen, zu jedem betreffenden Titel die identischen langen Listen von Bibliotheken zu liefern, die die Microfiche-Edition angeschafft haben, und dabei die immer gleichen Fiche-Nummern anzugeben.

Am Ende noch zwei Worte generell zu dem Ziel der Zusammenstellung von diversen Konkordanzen in Cinquecentine.de.

Zum einen haben Konkordanzen die gleiche Funktion wie Indices von Sachbegriffen oder von Namen. Sie helfen, gezielt auf den gewünschten Eintrag in einer Bibliographie zuzugreifen, wenn man Informationen zu einem bestimmten Druck des 16. Jahrhunderts sucht, ohne das ganze Buch durchsuchen zu müssen.

Zum anderen besteht das Fernziel darin, diese verschiedenen Konkordanzen (und noch weitere) zu einem einzigen kumulierten Verzeichnis zusammenzuführen, das nach VD16-Nummern geordnet ist. Damit würde ein Parallel-Verzeichnis zum VD16 entstehen, das zu möglichst vielen der darin enthaltenen Nummern weiterführende Informationen liefert.

Natürlich wird man nicht zu allen über 100.000 Nummern des VD16 einschlägige Artikel in Nachschlagewerken finden, aber das ist auch nicht nötig, da ja viele Titel sich kaum voneinander unterscheiden.

Ich strebe als erste Etappe eine Marke von etwa 30.000 Nummern an. Zur Zeit dürften um die 18.000 in den Konkordanzen von Cinquecentine.de zur Verfügung stehen, aber genau gezählt habe ich bisher noch nicht.